(neu: mehr Details, Kommentar von Barclays sowie aktueller Kurs)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Sorgen um die Geschäftsentwicklung bei Hellofresh haben die Aktie des Kochboxenversenders am Donnerstag weiter in Richtung ihres im Sommer 2024 erreichten Rekordtiefs geschickt. Nach der Veröffentlichung vorläufiger Jahreszahlen sowie Signalen des Managements über einen schwierigen Start ins Jahr 2026 sackte das Papier im SDax bis auf 4,785 Euro ab. Das Rekordtief aus dem Juni 2024 liegt bei 4,422 Euro.

Zur Mittagszeit ging es für das Papier bei hohen Umsätzen noch um rund zehn Prozent auf 4,91 Euro abwärts, womit es Schlusslicht im Nebenwerte-Index war. Im noch jungen Jahr hat die Aktie nun schon ein Fünftel eingebüßt und gehört damit zu den aktuell insgesamt 15 Papieren im 70 Werte umfassenden Index mit einem prozentual zweistelligen Verlust.

Analysten bemängelten explizit den deutlicher als vom Unternehmen prognostizierten Umsatzrückgang im vergangenen Jahr. Zudem waren die Erlöse auch leicht hinter der Konsensschätzung zurückgeblieben.

"Nach unserem Kenntnisstand verzeichnete der Bereich Kochboxen das vierte Quartal in Folge einen Umsatzrückgang, absolut gesehen und auch währungsbereinigt, während die Erholung im Bereich Fertiggerichte die prognostizierten Ziele ebenfalls verfehlte", gab etwa Analyst Felix Dennl vom Bankhaus Metzler zu Bedenken. Damit müsse hinterfragt werden, ob Hellofresh in der Lage sei, Kunden mittelfristig nachhaltig zu binden. Erst wenn es dafür hinreichend Belege gibt, hält er ein positiveres Anlageurteil als sein derzeit neutrales "Hold" für möglich.

Ähnlich urteilt auch Analyst Marcus Diebel von der US-Bank JPMorgan. "Während das Effizienzprogramm weiterhin gute Fortschritte macht, muss dennoch betont werden, dass die Stabilisierung der Umsatzentwicklung für das Unternehmen von entscheidender Bedeutung ist." Solange sich hier aber keine Stabilisierung sichtbar abzeichne, sei von einem Investment in die Aktie abzuraten, schrieb er und bekräftigte seine ebenfalls neutrale Einstufung.

Barclays-Experte Andrew Ross warnte obendrein: "Zwar lag das operative Ergebnis (Ebitda) für 2025 im Plan", doch schwächere Umsätze sowie die Signale des Unternehmens für 2026 deuteten darauf hin, "dass die Konsensschätzung für das Ebitda 2026 deutlich zu hoch ist".

So hieß es von Hellofresh, dass Auslieferungen und die Profitabilität im Januar durch extreme Wetterbedingungen in wichtigen Märkten in Europa und den USA beeinträchtigt worden seien.

Konkrete Aussagen zu den Unternehmenszielen 2026 werden zusammen mit den vollständigen Ergebnissen für das Geschäftsjahr 2025 am 18. März erwartet./ck/la/mis

Quelle: dpa-Afx