FRANKFURT (dpa-AFX) - Am Freitag zeichnet sich nach dem jüngsten Auf und Ab am deutschen Aktienmarkt ein solider Start ab. Knapp eine Stunde vor dem Xetra-Start signalisierte der X-Dax für den deutschen Leitindex Dax ein Plus von 0,14 Prozent auf 25.079 Punkte. Unter dem Strich würde es damit auf einen Wochenanstieg um mehr als ein halbes Prozent hinauslaufen, obwohl der Leitindex seine Mittwochsgewinne am Vortag großteils wieder abgegeben hatte.

Der Dax behauptet sich damit über der Marke von 25.000 Punkten, über der Anleger weiter mit einer Rückkehr an das Rekordhoch von Mitte Januar bei gut 25.507 Punkten liebäugeln dürfen. Es ist jedoch fraglich, wie weit sich die Anleger vor dem Wochenende aus der Deckung wagen - insbesondere angesichts eines möglichen US-Angriffs auf den Iran und der unklaren Folgen für die Weltwirtschaft. Der Ölpreis steigt entsprechend. Derweil gehen die Verhandlungen um Irans umstrittenes Atomprogramm weiter. US-Präsident Trump will in "maximal" 10 bis 15 Tagen einen Deal.

Am Freitag stehen auch noch Konjunkturdaten auf der Agenda. Neben den deutschen Erzeugerpreisen am Morgen blicken Anleger auf die europäischen Einkaufsmanagerindizes am Vormittag. "Die Erwartungshaltung ist, dass es per saldo leichte Verbesserungen der Stimmungslage geben wird", schrieben dazu am Morgen die Experten der Landesbank Helaba. In den USA liege dann später der Fokus auf der ersten Schätzung des BIP-Wachstums im vierten Quartal. Eine Wachstumsrate von annualisiert rund 3 Prozent würde nach Helaba-Einschätzung nicht dazu beitragen, die Zinssenkungserwartungen bezüglich der Fed zu forcieren.

Unternehmensseitig könnten Rüstungswerte einmal mehr im Fokus stehen wegen der Lage im Iran und in der Ukraine. Rheinmetall könnten mit einem positiven Start an ihre zuletzt zweitägige Rally anknüpfen, denn bei den Gesprächen über die beiden Krisenherde ist ein Durchbruch nicht in Sicht.

Die Titel von Thyssenkrupp profitierten vorbörslich mit mehr als drei Prozent Plus von einer Kaufempfehlung des Investmenthauses Jefferies. Analyst Tommaso Castello begründete diese mit dem Kursrückgang der Aktien seit Anfang Februar. Er hob allerdings auch seine diesjährige, operative Ergebnisprognose an. Dank des Rückenwinds seitens der Politik und der dynamischen Umsetzung der Unternehmensstrategie sieht er Potenzial für die Gewinne in der Stahlindustrie in Europa./tih/mis

Quelle: dpa-Afx