BRÜSSEL (dpa-AFX) - Die EU-Kommission verdächtigt das Medizintechnikunternehmen Align Technology , seine Stellung als Marktführer bei transparenten Zahnkorrekturschienen ausgenutzt zu haben. Die Brüsseler Wettbewerbshüter prüfen, ob das Unternehmen mit Sitz in den USA gegen EU-Regeln verstoßen hat. Align Technology könnte demnach Zahnärztinnen und Zahnärzte faktisch gezwungen haben, einen bestimmten Scanner zu kaufen, wenn sie durchsichtige Schienen der Marke Invisalign für ihre Patientinnen und Patienten bestellen wollten.

Dabei geht es laut der Behörde um individuell angefertigte, herausnehmbare Zahnschienen aus transparentem Kunststoff zur Behandlung von Zahnfehlstellungen. Zunächst habe Invisalign aufgrund des Patentschutzes eine nahezu monopolartige Stellung gehabt.

Eigenes Produkt als Voraussetzung für Bestellung

Align Technology vertreibt den Angaben nach außerdem Handgeräte unter der Marke iTero, die Zahnärztinnen verwenden, um digitale 3D-Scans der Zähne und Kiefer ihrer Patienten zu erstellen. Zahnärzte brauchen sie unter anderem, um dann transparente Zahnkorrekturschienen zu bestellen.

Align Technology habe sich geweigert, Scans zur Bestellung von Invisalign zuzulassen, die mit anderen Geräten erstellt wurden, obwohl diese auf branchenüblichen Standarddateien basierten, hält die EU-Kommission in einer Mitteilung fest. Ein Konkurrent beschwerte sich.

Verfahren eingeleitet

Die EU-Kommission prüft den Fall nun eingehend. Sie betonte, dass die Einleitung eines förmlichen Untersuchungsverfahrens noch keinen Ausgang vorwegnehme. Es gibt keine gesetzliche Frist, bis wann ein Kartellverfahren abgeschlossen sein muss.

EU-Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera betonte in einer Mitteilung die Bedeutung der Medizinprodukte. "Transparente Zahnkorrekturschienen haben die kieferorthopädische Versorgung für Millionen Europäerinnen und Europäer verändert und bieten Patientinnen und Patienten aller Altersgruppen eine unauffällige und innovative Behandlungsmöglichkeit."/wea/DP/stw

Quelle: dpa-Afx