(Kurse aktualisiert)

HEIDELBERG (dpa-AFX) - Der Baustoffkonzern Heidelberg Materials hat 2025 erneut einen Rekord beim operativen Gewinn erzielt. "Unsere konsequente Ausrichtung auf striktes Kostenmanagement hat maßgeblich zu diesem hervorragenden Ergebnis beigetragen", sagte der Vorstandsvorsitzende Dominik von Achten am Mittwoch in Heidelberg laut Mitteilung. Wenngleich der Bausektor in manchen Regionen noch von Schwankungen geprägt sei, setze sich die Stabilisierung in den Kernmärkten fort. Daher rechne das Management im laufenden Jahr erneut mit einem Ergebniswachstum.

Der Aktienkurs geriet zunächst dennoch unter Druck. Im frühen Handel fiel er bis auf gut 192 Euro. Nach mehreren Erholungsversuchen gelang ihm am Nachmittag dann sogar kurz das Erreichen der Gewinnzone. Zuletzt notierte das Papiere 0,25 Prozent tiefer bei 200,30 Euro.

Die vorherige Kursrally bis auf ein Rekordhoch von fast 242 Euro im Januar hatte jüngst einen Dämpfer durch Nachrichten über ein mögliches Aufweichen der EU-Pläne für Klimaschutzmaßnahmen bekommen . Der Konzern galt bisher als Profiteur davon, da er eine branchenführende Position bei der Dekarbonisierung und Abscheidung von CO2-Emissionen im Produktionsprozess innehat. Anleger hatten daher bislang Kostenvorteile für den deutschen Zementhersteller gesehen, sobald die Ausgabe kostenloser Zertifikate gestoppt wird.

Analysten verwiesen mit Blick auf die Geschäftszahlen darauf, dass die durchschnittlichen Marktschätzungen bereits am oberen Ende der nun vom Konzern veröffentlichten Prognose lägen. Für 2026 peilt das Unternehmen ein bereinigtes operatives Ergebnis (Ebit) von 3,4 bis 3,75 Milliarden Euro an, und damit mindestens den Vorjahreswert.

Für das laufende Jahr zeigte sich Unternehmenschef von Achten vor allem zuversichtlich für die Baukonjunktur im wichtigen Markt USA aufgrund der Zwischenwahlen im November. "Im Anlauf zu Wahlen passiert in der Regel auch etwas auf der Bauseite, weil das ein Riesenmarkt ist, der mit Wählerstimmen zu tun hat", sagte der Manager. Der Bereich Rechenzentren entwickele sich bereits sehr dynamisch und der Markt für Gewerbeimmobilien sei wieder angesprungen. Im amerikanischen Wohnungsmarkt passiere hingegen noch zu wenig. Die Region steuert von Achten zufolge etwa 30 Prozent zum Konzernumsatz und -ertrag bei.

Auch für den Heimatmarkt Deutschland geht von Achten davon aus, dass es dank Infrastrukturprogrammen wieder aufwärtsgehen wird. Im Tiefbau habe es bereits im vierten Quartal eine deutliche Belebung der Nachfrage gegeben, erläuterte von Achten. Es würden Infrastrukturprojekte vor allem im Energie- und Verteidigungsbereich kommen.

2025 kletterte der Umsatz trotz teilweise rückläufiger Absatzmengen im Jahresvergleich um gut ein Prozent auf knapp 21,5 Milliarden Euro, wie das Dax-Unternehmen weiter mitteilte. Während der Konzern in der Region Afrika-Mittelmeer-Westasien deutlich mehr umsetzte, gingen die Erlöse in den restlichen Regionen auf vergleichbarer Basis etwas zurück.

Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) - das sogenannte RCO - nahm 2025 um sechs Prozent auf knapp 3,4 Milliarden Euro zu. Dies war so viel, wie Analysten erwartet hatten. Zum Ergebnisplus trug insbesondere ein Sparprogramm bei, das Ende 2024 angekündigt worden war.

Heidelberg Materials will bis Ende 2026 unter anderem mit einer geringeren Klinkerherstellung, Verbesserung der Produktion und Personalabbau eine halbe Milliarde Euro jährlich einsparen. Im vergangenen Jahr haben die Einsparungen rund 380 Millionen Euro betragen.

Unter dem Strich entfiel 2025 auf die Aktionäre ein Gewinn von gut 1,9 Milliarden Euro nach knapp 1,8 Milliarden im Vorjahr.

Für die Aktionäre gibt es eine gute Nachricht: "Die Dividende wird steigen", sagte Finanzchef René Aldach. Wie viel genau an die Anteilseigner je Aktie gehen soll, wird auf der Hauptversammlung im Mai entschieden. Im März wird der Vorstand bereits einen Vorschlag veröffentlichen. Im vergangenen Jahr zahlte das Unternehmen für das Jahr 2024 eine Dividende von 3,30 Euro je Aktie.

Heidelberg Materials hat inzwischen wegen des deutlichen Absatzrückgangs bei Zement in Europa sowie aufgrund der verstärkten Ausrichtung des Zementportfolios hin zu CO2-reduzierten Produkten seine Herstellung in mehreren Werken angepasst. So wurde vor einiger Zeit im Zementwerk Hannover und im nordspanischen Werk Añorga jeweils die Klinkerproduktion eingestellt. Die französischen Werke in Beffes und Villiers-au-Bouin wurden Ende November geschlossen. Unterdessen setzt das Unternehmen weiter auf den nordamerikanischen Markt, wo es weiter zukauft.

Heidelberg Materials ist eines der größten Baustoffunternehmen der Welt. Zuletzt beschäftigte das Unternehmen rund 50.000 Mitarbeiter./mne/tav/mis/men/jha/he

Quelle: dpa-Afx