HAMBURG (dpa-AFX) - Der Konsumgüterkonzern Beiersdorf hat im ersten Quartal wie erwartet eine deutliche Abschwächung der Nachfrage vor allem bei Nivea zu spüren bekommen. Die strategische Neuausrichtung der Kernmarke schreite aber voran, teilte Beiersdorf am Dienstag mit. Bei der Luxuspflegemarke LaPrairie belasteten Schwierigkeiten im US-Einzelhandel sowie im chinesischen Reiseeinzelhandelsgeschäft. Die Jahresprognose bestätigte Beiersdorf zwar, an der Börse kamen die Nachrichten nicht gut an.

Die Aktie gab zuletzt um 2,5 Prozent nach. Damit hat sie seit Jahresbeginn fast ein Fünftel an Wert verloren. In den vergangenen zwölf Monaten ging es für das Papier sogar um fast 37 Prozent abwärts.

Laut Analystin Wassachon Udomsilpa von der kanadischen Bank RBC verfehlte Beiersdorf die bereits gedämpften Erwartungen. Einmal mehr sei das überraschend schwache Wachstum bei Nivea für die Schwäche in Konsumenten-Geschäft verantwortlich. Den Ausblick für diesen Bereich habe Beiersdorf zwar bestätigt, doch der Massenmarkt bleibe wohl herausfordernd.

Auch für Expertin Celine Pannuti von JPMorgan hat Beiersdorf zum Jahresauftakt etwas schwächer abgeschnitten als erwartet. Trotz der vom Management bekräftigten Jahresziele geht sie davon aus, dass die durchschnittlichen Analystenerwartungen weiter sinken werden.

Der Konzernumsatz sank zum Jahresauftakt um 7,7 Prozent auf knapp 2,5 Milliarden Euro, wie das Dax-Unternehmen am Dienstag in Hamburg mitteilte. Die Erlöse liegen damit aber im Rahmen der Markterwartungen. Organisch - sprich währungs- und portfoliobereinigt - war der Umsatz um 4,6 Prozent rückläufig. Hier hatten Branchenexperten im Mittel einen geringeren Rückgang erwarten.

Wie Konzernchef Vincent Warnery betonte, sollte das erste Quartal aber nicht als Indikator für die Entwicklung des Gesamtjahres gesehen werden. Der Jahresbeginn sei durch die hohe Vergleichsbasis aus dem Vorjahr geprägt gewesen. Belastend hinzugekommen seien vorübergehende "Störungen" in wichtigen Märkten sowie zeitverzögerte Effekte jüngster Innovationen, sagte der Manager laut Pressemitteilung. Im weiteren Jahresverlauf dürften diese Effekte voraussichtlich nicht anhalten.

In der Konsumentensparte waren die Umsätze im ersten Quartal organisch um 4,7 Prozent zurückgegangen. Während Nivea und La Prairie Federn lassen mussten, verzeichneten die Hautpflege-Marken Eucerin und Aquaphor deutliche Zuwächse. Auch bei Gesundheitsprodukten wie Hansaplast und Elastoplast stiegen die Erlöse etwas.

Die Klebstoffsparte Tesa verzeichnete ebenfalls Einbußen, der Umsatz aus eigener Kraft sank um 4,3 Prozent. Der Bereich hatte weiter mit einem schwierigen Autogeschäft zu kämpfen. Zudem hatte Tesa den Angaben zufolge im Vorjahr im Elektronikgeschäft noch von Produktionsverlagerungen bei Kunden und vorübergehenden positiven Auftragseffekten profitiert.

Für 2026 rechnet das Management weiterhin mit einem flachen bis leicht wachsenden organischen Umsatz. Die operative Umsatzrendite gemessen am Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) und ohne Sondereffekte soll weiter "leicht unter" dem Vorjahresniveau liegen. Diese Ziele gelten auch jeweils für die beiden Geschäftsbereiche, also die Konsumentensparte und das Klebstoffgeschäft Tesa.

2025 wurde ein Konzernumsatz von rund 9,9 Milliarden Euro verbucht bei einer Marge von 14,0 Prozent./err/tav/jha/

Quelle: dpa-Afx