LÜBECK (dpa-AFX) - Der Medizin- und Sicherheitstechnikkonzern Drägerwerk
"Im Jahr 2025 haben wir unseren Erfolgskurs fortgesetzt und den höchsten Umsatz unserer Unternehmensgeschichte erwirtschaftet", sagte der Vorstandsvorsitzende Stefan Dräger bei der Vorstellung des Konzernjahresberichts. Trotz widrigem Umfeld habe das Unternehmen auch sein Ergebnis verbessert. Ziel bleibe es, profitabler zu werden.
Im Berichtsjahr machte das weltweit tätige Unternehmen den Angaben zufolge knapp 3,5 Milliarden Euro Umsatz, das waren 3,3 Prozent mehr als 2024. Bereinigt um Währungseffekte betrug das Plus 5,3 Prozent. Dabei sei der Umsatz im Segment Medizintechnik vor allem dank hoher Nachfrage nach Anästhesie- und Beatmungsgeräten, Dienstleistungen und Verbrauchsmaterialien deutlich gestiegen, sagte Konzernchef Dräger in einer Telefonkonferenz.
Derweil blieben die Geschäfte in China schwierig, dem drittgrößten Markt für das Unternehmen. 2025 habe das Geschäft dort stagniert, nachdem es sich zuvor nahezu halbiert hätte. Die chinesische Regierung sehe die Medizintechnik als systemrelevant und es gebe immer stärkere Restriktionen für ausländische Firmen. Im Geschäft mit der Sicherheitstechnik verhalf im vergangenen Jahr etwa die Gasmesstechnik zu einem höheren Erlös.
Operativ lief es für das Unternehmen noch besser: Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg 2025 um ein Fünftel auf 233,4 Millionen Euro. Dazu habe neben einer Auftrags- und Umsatzdynamik auch ein starker Jahresendspurt beigetragen. Im Gegenzug hätten US-Zölle und ungünstige Währungseffekte das Ergebnis mit insgesamt knapp 71 Millionen Euro belastet. 2024 hatte das Unternehmen noch von positiven Einmaleffekten aus dem Verkauf eines nicht strategischen Geschäftsbereichs und der Veräußerung von Immobilien profitiert. Unter dem Strich entfiel auf die Aktionäre ein Überschuss von knapp 139,5 Millionen Euro und damit gut 12 Prozent mehr als im Vorjahr.
Für das laufende Jahr erwartet der Konzern, der weltweit rund 16.700 Mitarbeiter beschäftigt, weiterhin Zuwächse. Die Erlöse sollen dank eines guten Auftragseingangs um ein bis fünf Prozent im Vergleich zu 2025 zulegen. Vom Umsatz sollen 2026 als Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) 5,0 bis 7,5 Prozent bleiben. Dabei erwartet das Unternehmen ähnlich hohe Belastungen aus den US-Zöllen wie 2025. Der Iran-Krieg hat hingegen laut dem Vorstandsvorsitzenden derzeit keine Auswirkungen auf die Geschäfte des Unternehmens.
In den kommenden Jahren will Drägerwerk vor allem im Verteidigungsgeschäft zulegen. "Im vergangenen Jahr ist unser Verteidigungsgeschäft deutlich gewachsen", sagte Unternehmenschef Dräger in einer Telefonkonferenz. 2025 habe das Unternehmen in dem Bereich 100 Millionen Euro umgesetzt. Das waren fast drei Prozent des Konzernumsatzes. Bis 2028 sollen sich die Erlöse mit der Verteidigung auf mehr als 300 Millionen Euro verdreifachen, sagte der Manager. In früheren Jahren habe der Konzern ein Prozent des Umsatzes mit diesem Geschäft erwirtschaftet.
Medizintechnikgeräte der Lübecker würden in Krankenhäusern und Feldlazaretten benötigt, erklärte der Konzernlenker. Spezifische Produkte für die Verteidigung stammten aber vor allem aus der Sicherheitstechnik. Dazu zählten etwa Gasmasken für Soldaten, spezielle Lösungen für die Sauerstoffversorgung für die Raketenabwehr, aber auch Filter für Fahrzeugbelüftungen. Das alles zusammen sollte dazu führen, dass der Erlös in diesem Bereich schneller als der Konzernumsatz wachsen dürfte, sagte Dräger./mne/tav/stk
Quelle: dpa-Afx