BERLIN (dpa-AFX) - Schlechtes Wetter zu Jahresbeginn in den USA sowie ein insgesamt weiter rückläufiges Geschäft mit Kochboxen und Fertiggerichten hat Hellofresh
Für die Aktie des im Kleinwerteindex SDax
Für Analyst Marcus Diebel von JPMorgan waren die Resultate "erfrischend ok". Einen klaren Umsatz-Turnaround des Kochboxen- und Fertigmenüanbieters vermisse er allerdings noch.
Auch für Andrew Ross von der britischen Investmentbank Barclays hat Hellofresh im ersten Quartal die Erwartungen erfüllt. Der Ausblick sei bestätigt worden.
Der Umsatz sank im Quartal um gut 13 Prozent auf 1,68 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch in Berlin mitteilte. Der währungsbereinigte Umsatzrückgang lag bei 7,7 Prozent. Der um Sonder- und Währungseffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) fiel um fast 60 Prozent auf 24 Millionen Euro. Analysten hatten hier allerdings einen noch etwas deutlicheren Gewinnrückgang erwartet. Zurückzuführen sei der Rückgang vor allem auf negative Auswirkungen von Winterstürmen auf den Logistik- und Betriebsablauf, so Hellofresh.
Der Umsatz mit Kochboxen war währungsbereinigt um 8,5 Prozent rückläufig. Der Rückgang verlangsamte sich damit aber laut Mitteilung zum fünften Mal in Folge. Die deutlich kleinere Sparte rund um Fertiggerichte gab 6,9 Prozent nach.
Unter dem Strich verbuchte Hellofresh einen niedrigeren Verlust nach Anteilen Dritter von 55,5 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte hier noch ein Fehlbetrag von 124 Millionen zu Buche gestanden.
Den Jahresausblick bestätigte das Management. Demnach dürften die Erlöse 2026 abseits der Wechselkurseffekte um etwa drei bis sechs Prozent zurückgehen. Das operative Ergebnis soll 375 bis 425 Millionen Euro erreichen und damit im besten Fall etwas über dem Vorjahreswert liegen. 2025 wurde ein Umsatz von 6,76 Milliarden Euro verbucht bei einem bereinigten operativen Ergebnis von 423 Millionen Euro.
Hellofresh macht schon seit einiger Zeit ein Rückgang der Kundennachfrage zu schaffen. Hinzu kamen Belastungen durch einen stärkeren Euro. Das Management hatte deshalb ein Sparprogramm aufgelegt und setzt zur Ankurbelung der Nachfrage auf Produktverbesserungen sowie auf qualitätsbewusstere und zahlungsfreudigere Kunden. Zu Jahresauftakt stieg der durchschnittliche währungsbereinigte Bestellwert um 4,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Bis Ende 2025 hat das Unternehmen Einsparungen von 160 Millionen Euro erzielt. Für das laufende Jahr rechnet das Management mit weiteren jährlichen Einsparungen in Höhe von 140 Millionen Euro. Im Februar hatte der Konzern angekündigt, sich vom italienischen Markt zurückzuziehen, auch für Spanien ist das geplant. Für beide Märkte bestehe keine klare Perspektive, hieß es dazu./err/men/stk
Quelle: dpa-Afx