GÖTEBORG (dpa-AFX) - Die anhaltend maue Nachfrage hat dem Lkw-Bauer Volvo auch im Schlussquartal zugesetzt. Trotz Rückgängen bei Umsatz und Gewinn schlossen die Schweden aber besser ab als erwartet. Nach der langen Nachfrageschwäche sieht das Management für 2026 nun Lichtblicke, unter anderem auf dem nordamerikanischen Markt, wie aus der Konzernmitteilung vom Mittwoch hervorgeht. Die Aktie lag nach einem anfänglichen Aufschlag von mehr als dreieinhalb Prozent zuletzt noch mit 2,2 Prozent im Plus.

Analysten lobten die Zahlen. Der Nutzfahrzeughersteller habe im vergangenen Quartal stark abgeschnitten und sei für den Gesamtmarkt nun optimistischer als bisher, schrieb Jefferies-Analyst Michael Aspinall in seiner ersten Reaktion. Die Konsensschätzungen für 2026 dürften aber allenfalls geringfügig steigen.

Im vierten Quartal brach Volvos Erlös im Vergleich zum Vorjahr um knapp elf Prozent auf 123,8 Milliarden schwedische Kronen (rund 11,7 Mrd Euro) ein, wie der Hersteller in Göteborg mitteilte. Analysten hatten allerdings mit einem noch stärkeren Rückgang gerechnet. Rechnet man Währungseffekte und den Verkauf der Anteile am chinesischen Baumaschinenhersteller SDLG heraus, habe der Umsatz gar stagniert, hieß es vom Konzern weiter.

Auch beim Ergebnis lief es besser als von Branchenkennern gedacht, obwohl Volvos um Sondereffekte bereinigter operativer Gewinn um neun Prozent auf knapp 12,8 Milliarden Kronen abschmolz. Unter dem Strich sank der Gewinn auf gut 9,6 Milliarden Kronen nach rund 10,8 Milliarden Kronen ein Jahr zuvor.

Der bereits im Jahr 2024 begonnene Abwärtstrend auf dem Lkw-Markt habe sich auch im Jahr 2025 weiter fortgesetzt, erklärte Volvo-Chef Martin Lundstedt. Als Resultat habe der Konzern weniger Fahrzeuge und Maschinen absetzen können. Doch inzwischen zeige sich in einigen Märkten eine Stabilisierung, in einigen Fällen habe sich die Lage sogar leicht verbessert.

Im Schlussquartal 2025 lieferte Volvo noch 56.683 Trucks an Kunden aus, drei Prozent weniger als im Jahr zuvor. Deutlichen Rückgängen in Nord- und Südamerika stand ein Plus von 12 Prozent in Europa gegenüber, auch in Asien und Afrika/Ozeanien zogen die Auslieferungen leicht an. Bei den Bussen verzeichnete Volvo dagegen weltweit ein Plus von sieben Prozent. Mit Blick auf den Gesamtmarkt sind die Schweden für 2026 nun aber etwas optimistischer und rechnen für Europa mit 305.000 Neuzulassungen von Schwerlast-Lkw - das sind 10.000 mehr als bislang vorausgesagt. Noch stärker hob der Konzern die Prognose für den nordamerikanischen Markt an, der zuletzt von einer schleppenden Nachfrage und der US-Zollpolitik gebremst worden war. Für das laufende Jahr erwartet die Volvo-Spitze jetzt dort einen Anstieg der Neuzulassungen auf 265.000 Stück.

Für Volvos größten Absatzmarkt China blieben die Prognosen hingegen unverändert: Nach einem Anstieg von 28 Prozent im vergangenen Jahr rechnet Volvo nun damit, dass die Neuzulassungen von mittelgroßen und Schwerlast-Lkw 2026 in der Volksrepublik um fast 16 Prozent auf 760.000 einbrechen werden./tav/stw/stk

Quelle: dpa-Afx