ZÜRICH (dpa-AFX) - Auch der Rückversicherer Swiss Re hat im Jahr der Waldbrände von Los Angeles so viel verdient wie nie zuvor. Mit knapp 4,8 Milliarden US-Dollar (4,0 Mrd Euro) lag der Überschuss fast anderthalb Mal so hoch wie im Vorjahr. Zugleich übertraf Swiss Re das eigene Gewinnziel und die Erwartungen von Analysten. Jetzt will das Unternehmen die Dividende erhöhen und im großen Stil Aktien zurückkaufen. Allerdings musste Swiss Re zum Jahreswechsel stärkere Preisrückgänge hinnehmen als die Konkurrenten Munich Re und Hannover Rück .

An der Börse kam vor allem der Aktienrückkauf gut an: Das Programm falle im Vergleich zu Aussagen von einem früheren Kapitalmarkttag überraschend umfangreich aus, schrieb Branchenexperte Kamran Hossain von der US-Bank JPMorgan.

Die Swiss-Re-Aktie gewann bis zum Nachmittag mehr als vier Prozent auf 136,75 Franken und war damit klarer Spitzenreiter im Zürcher Leitindex SMI . Zugleich machte sie ihre vorherigen Kursverluste aus den vergangenen zwei Monaten mehr als wett und wurde rund drei Prozent teurer gehandelt als zum Jahreswechsel.

Dabei musste der Rückversicherer just zum 1. Januar schlechtere Konditionen in der Schaden- und Unfall-Rückversicherung akzeptieren. Bei der Vertragserneuerung mit Erstversicherern wie Allianz und Generali seien die Preise bereinigt um Inflation und veränderte Risiken um 4,3 Prozent gesunken, teilte der schweizerische Konzern am Freitagmorgen in Zürich mit.

Munich Re hatte am Donnerstag einen bereinigten Preisrückgang von 2,5 Prozent gemeldet; bei Hannover Rück sanken die Preise bereinigt um 3,2 Prozent. Unterdessen hielt Swiss Re das erneuerte Prämienvolumen stabil.

Im vergangenen Jahr war der Umsatz des Unternehmens um fünf Prozent auf 43,1 Milliarden Dollar gesunken. Allerdings kam ihm wie anderen Rückversicherern zugute, dass nach den verheerenden Waldbränden in Kalifornien im Januar 2025 nur noch wenige Großschäden auftraten. Die Feuer in Los Angeles hatten sich zur teuersten Waldbrandkatastrophe der Geschichte entwickelt. Die Zerstörungen kosteten die Versicherungsbranche laut Studien etwa 40 Milliarden Dollar.

Während Munich Re und Hannover Rück für 2026 einen weiteren Gewinnanstieg planen, geht Swiss Re von einem Rückgang auf 4,5 Milliarden Dollar aus. Dieses Ziel hatte Konzernchef Andreas Berger bereits im Dezember ausgegeben. Für 2025 hatte er da noch 4,4 Milliarden Dollar Gewinn in Aussicht gestellt.

Die Aktionäre sollen für das abgelaufene Jahr eine Dividende von acht Dollar je Aktie erhalten, eine Steigerung um neun Prozent. Außerdem will Swiss Re für bis zu 1,5 Milliarden Dollar eigene Aktien zurückkaufen./stw/men/he

Quelle: dpa-Afx