BERLIN (dpa-AFX) - Beim Finanzdienstleister Hypoport ist die Nachfrage nach Immobilienkrediten nach einem starken Jahresverlauf zuletzt zurückgegangen. In den Monaten Oktober bis Dezember wurden auf Hypoports Plattform Europace ein Prozent weniger private Immobilienfinanzierungen vermittelt als ein Jahr zuvor. Im Gesamtjahr legte das Volumen aber um 13 Prozent auf rund 74,8 Milliarden Euro zu. Hypoport schrieb von einem normaler werdenden Marktumfeld. An der Börse kamen die Neuigkeiten vom Dienstagmorgen schlecht an.

Die Hypoport-Aktie verlor kurz nach Handelsbeginn in Frankfurt 12,5 Prozent auf 108,20 Euro und war damit größter Verlierer im Kleinwerte-Index SDax . Seit dem Jahreswechsel hat das Papier damit schon mehr als 15 Prozent eingebüßt. Mit Blick auf die vergangenen fünf Jahre liegt der Kursverlust inzwischen bei mehr als 80 Prozent.

Europace vermittelt Baudarlehen von Banken und Sparkassen an interessierte Kreditnehmer, die sich auf diese Weise möglichst günstige Finanzierungen für Wohnimmobilien sichern wollen. Als nach vielen Jahren der Niedrigzinsen die Zinssätze stiegen, machte Europace zeitweise noch viel Geschäft, bevor die Nachfrage dann einbrach. Es folgte eine gewisse Erholung, doch inzwischen sieht Hypoport-Chef Ronald Slabke eine Normalisierung der Nachfrage.

Im vergangenen Jahr legte das vermittelte Volumen in der privaten Immobilienfinanzierung laut Hypoport vor allem dank Krediten für den Kauf von Bestandsimmobilien und Neubauten zu. Auch Refinanzierungen hätten sich auf sehr niedrigem Niveau positiv entwickelt, hieß es weiter. Andererseits hätten Kunden weiterhin nur wenige Kredite für die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden aufgenommen.

Besonders gut lief den Angaben zufolge das Geschäft mit Genossenschaftsbanken und Sparkassen. Hier gab es auch im vierten Quartal Steigerungen, während das Gesamtvolumen auf 17,65 Milliarden Euro zurückging. Bei den Privatbanken habe es im Gesamtjahr hingegen keine Zuwächse gegeben, hieß es weiter. Seinen Geschäftsbericht will Hypoport am 30. März vorlegen. Vorläufige Zahlen soll es bereits zwei Wochen zuvor geben.

Im Herbst hatte der Vorstand seine Umsatzprognose von zuvor 640 Millionen auf mindestens 600 Millionen Euro gekappt. Das Ziel für den Gewinn vor Zinsen und Steuern blieb aber unverändert bei 30 bis 36 Millionen Euro./stw/tav/tih

Quelle: dpa-Afx