Dieser Aktie trotzt der Bau-Flaute mit robusten Zahlen – und bietet Anlegern obendrein eine spannende Friedensfantasie rund um die Ukraine.
Hohe Zinsen bremsen den Wohnungsneubau. Die Wienerberger AG setzt stärker auf Renovierung, Infrastruktur und Systemlösungen. Die jüngsten Neunmonatszahlen haben überzeugt – und die Aktie bietet zusätzliche Kursfantasie bei einem Wiederaufbauplan für die Ukraine.
Robuste Neunmonatszahlen und Bewertung
Von Januar bis September 2025 stieg der Umsatz von 3,4 auf 3,5 Milliarden Euro, ein Plus von rund vier Prozent. Das operative EBITDA verringerte sich nur leicht von 602 auf 584 Millionen Euro. Der Gewinn je Aktie legte von 0,42 auf 1,56 Euro deutlich zu. Bemerkenswert ist zudem, dass Wienerberger in den letzten beiden Quartalen die Analystenschätzungen beim Gewinn pro Aktie jeweils deutlich übertraf (plus 30 Prozent, . zuletzt sogar plus 37 Prozent).
Die Wienerberger-Aktie (ISIN: AT0000831706) weist aktuell ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 15,8 (Stand 28. November 2025) auf. Damit liegt ihr KGV etwas über Holcim mit rund 13, in etwa auf Augenhöhe mit Saint-Gobain mit 15,2 und klar unter Heidelberg Materials mit 21 – also eine moderate Bewertung im Branchenvergleich. Und die Wienerberger-Aktie ist auch hinsichtlich der jährlichen Dividendenrendite attraktiv:
Wienerberger: 3,20 Prozent
Heidelberg Materials: 1,50 Prozent
Saint-Gobain: 2,56 Prozent
Holcim: 4,13 Prozent
Wachstum über Renovierung, Infrastruktur und Effizienz
Treiber der stabilen Entwicklung sind Renovierungen, Dach- und Fassadenlösungen sowie Rohrsysteme. In Westeuropa profitiert Wienerberger von der wachsenden Nachfrage nach energieeffizienten Gebäudelösungen, gerade für Altbauten. In Osteuropa ist es vor allem die gestiegene Nachfrage nach Ziegeln. Mit dem Programm „Fit for Growth“ sollen Prozesse verschlankt und jährlich Einsparungen von rund 15 bis 20 Millionen Euro erzielt werden – ein Hebel, der die Profitabilität zusätzlich erhöht.
Friedensoption Ukraine als mögliches Kursdynamit
Zusätzliche Kursfantasie bietet ein möglicher Friedensschluss zwischen Russland und der Ukraine. Für einen Wiederaufbau der Ukraine werden über Jahre hohe zweistellige Milliardenbeträge in Gebäude und Infrastruktur fließen. Für dieses Geschäft ist Wienerberger mit Werken in Polen, der Slowakei, Ungarn und Rumänien bestens gerüstet. Zudem verfügt der in den unmittelbaren Nachbarländern noch über freie Kapazitäten bei Ziegeln, Dachziegeln und Kunststoffrohren. Wienerberger könnte damit einen wichtigen Teil der benötigten Materialien für Wohnbau, Versorgungsnetze und Wasserinfrastruktur liefern. Das ist auch der Grund, warum etwa Blackrock bereits im Sommer den Anteil an Wienerberger aufgestockt hat (lesen Sie dazu auch unseren Artikel: "Blackrock setzt auf Friedensdeal: Dividendenperle mit mind. 32%-Kurspotenzial steht vor Höhenflug!").
Attraktives Chartbild bei der Wienerberger-Aktie
Die Wienerberger-Aktie zeigt einen langfristigen Aufwärtstrend. Der Aktienkurs bewegt sich dabei in einem bullischen Tradingkanal und innerhalb dessen ebenfalls in einer Aufwärtsbewegung (siehe nachfolgende Grafik). Die technischen Indikatoren MACD, RSI und Stochastik sehen auf Wochenbasis (mittelfristige Perspektive) ebenfalls bullisch aus.
Ausserdem hat der Kurs der Wienerberger-Aktie kürzlich die 50- und die 200-Tage-Linie sowie die sowie die 50- und 200-Wochen-Linie übersprungen.
Fazit:
Die Wienerberger-Aktie ist fundamental, charttechnisch und auch hinsichtlich ihrer Dividendenrendite ein sehr attraktives Investment, an dem Anleger im kommenden Jahr wahrscheinlich viel Freude haben dürften.
Die Redaktion von BÖRSE ONLINE hat Wienerberger zuletzt im Frühjahr 2025 besprochen und damals ein Kursziel von 45 ausgegeben (Heft 08/2025). Dieses gilt weiterhin.
Anleger, die nicht auf Einzelaktien setzen wollen, werden mit dem "Globale Dividenden-Stars Index" glücklicher.
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