Niedrige Ölpreise und Sorgen über die Lage europäischer Banken hätten die Stimmung nach dem starken Juli wieder eingetrübt, sagte Analyst Michael Hewson vom Broker CMC Markets UK. Auch werde den Investoren zunehmend bewusst, dass den Notenbanken mit Blick auf weitere Konjunkturmaßnahmen langsam die Munition auszugehen drohe. Am Donnerstag rechnen Volkswirte fast einhellig mit einer Zinssenkung der britischen Notenbank, aber eher nicht mit einer Ausweitung des Anleihekaufprogramms.

STIMMUNGSDATEN UND BERICHTSSAISON IM FOKUS

Der MDAX der mittelgroßen Unternehmen sank am Mittwoch um 0,57 Prozent auf 20 762,70 Punkte und der Technologiewerte-Index TecDAX verlor 0,93 Prozent auf 1679,37 Zähler. Für den Eurozonen-Leitindex EuroSTOXX 50 ging es um 0,35 Prozent auf 2896,91 Punkte nach unten.

In Chinas Dienstleistungssektor blicken die Unternehmer nun pessimistischer in die Zukunft, wie der vom Wirtschaftsmagazin "Caixin" ermittelte Stimmungsindikator für den Juli belegt. Die Branche im Euroraum zeigte sich unbeeindruckt vom britischen Votum für einen EU-Ausstieg, wogegen die Stimmung in den britischen Unternehmen wie erwartet eingebrochen war.

Später stehen noch Einkaufsmanager-Indizes aus dem US-Dienstleistungssektor auf der Agenda. Derweil belegte der Bericht des Dienstleisters ADP für den Juli einen überraschend starken Beschäftigungszuwachs in der amerikanischen Privatwirtschaft. Er gilt als Richtschnur für den offiziellen Arbeitsmarktbericht der Regierung am Freitag, der großen Einfluss auf die Geldpolitik der US-Notenbank hat.

GUTE ZAHLEN TREIBEN POST AN - CONTI ÜBERZEUGT NICHT

Die Aktien der Deutschen Post (Deutsche Post) stiegen nach guten Quartalszahlen um 3,06 Prozent und eroberten damit die Dax-Spitze. Der Bonner Logistikkonzern legte ein Jahr nach dem wochenlangen Streik in der Heimat einen überraschend kräftigen Gewinnsprung hin und bestätigte seine Jahresziele.

Dagegen gehörten Continental-Titel (Continental) mit minus 1,15 Prozent zu den schwächsten Werten im Leitindex. Besser als erwartete Geschäftsergebnisse halfen dem Reifenhersteller und Autozulieferer nicht. Allerdings überdeckte die Stärke der Reifensparte, die von niedrigen Rohstoffpreisen profitierte, auch Schwächen wie die nach wie vor schleppend laufende Elektromobilität. Zudem habe der Markt die Anhebung des Margenziels bereits erwartet, ergänzte ein Händler.

GESENKTE UMSATZPROGNOSE BELASTET SPRINGER

Am MDax-Ende litt der Medienkonzern Axel Springer (Axel Springer SE) mit einem Kursrutsch von 3,57 Prozent unter einer gesenkten Umsatzprognose. Das zweite Quartal sei gleichwohl vor allem ergebnisseitig besser als erwartet ausgefallen, lobte ein Händler.

Bei Norma Group stand ein Minus von 0,96 Prozent zu Buche. Der auf Verbindungstechnik spezialisierte Autozulieferer habe im zweiten Quartal mit dem bereinigten operativen Ergebnis (Ebita) die Markterwartungen knapp übertroffen, sagte Analyst Thorsten Reigber von der DZ Bank. Allerdings werde die Aktie bereits mit einem 25-prozentigen Aufschlag zur Branche gehandelt./gl/fbr

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---