Rüstungsaktien steuern am Mittwoch schon auf den vierten Gewinntag in Folge im Jahr 2026 zu. Hintergrund sind die erneuten Drohungen von Donald Trump, Grönland zu annektieren. Dänemark reagiert darauf mit höheren Verteidigungsausgaben.
Europäische Verteidigungsaktien waren am Mittwoch erneut gefragt an den europäischen Börsen. Der Stoxx Europe Aerospace & Defense Index stieg um 2,5 Prozent und hat damit seit Jahresanfang schon fast elf Prozent zugelegt. Er stieg damit schon an allen vier Handelstagen des neuen Jahres 2026.
Ukraine und Grönland als Auslöser
Einer der Gründe für diese Kursentwicklung ist zum einen die abflauende Euphorie um einen baldigen Frieden in der Ukraine, da Russland bisher nicht auf die Pläne eingeht. Gleichzeitig bedeuten die Sicherheitsgarantien, die die Europäer der Ukraine geben wollen, auch zusätzliche Anforderungen an die Ausrüstung der beteiligten Truppen.
Hinzu kommen die immer unverhohleneren Drohungen von Donald Trump, dass sich die USA aus eigenem Sicherheitsinteresse Grönland einverleiben müssten, das zu Dänemark gehört.
Nach Aussagen seiner Sprecherin im Weißen Haus prüfen Trump und sein Team „eine Reihe von Optionen zur Kontrolle“ der strategisch wichtigen Insel. Demnach gehört der Einsatz des US-Militärs ausdrücklich zu diesen Optionen – eine Aussage, die Europa in Alarmstimmung versetzt.
Europa signalisiert Entschlossenheit
In Reaktion auf die US-Ankündigungen haben führende europäische Politiker bekräftigt, dass Grönland den Menschen dort gehöre und jede Entscheidung allein zwischen Dänemark und Grönland getroffen werden müsse. Mehrere Staaten – darunter Deutschland, Frankreich, das Vereinigte Königreich, Polen und Spanien – haben diese Position in gemeinsamen Erklärungen unterstrichen.
Nun will Dänemark seine Verteidigung in der Arktis nach eigenen Worten spürbar ausbauen, um der „ernsten Sicherheitslage“ Rechnung zu tragen. Der dänische Verteidigungsminister kündigte eine Aufstockung der Rüstungsausgaben für Grönland um etwa 88 Milliarden Dänische Kronen (rund 11,8 Milliarden US-Dollar) an. Die Börse schloss daraus messerscharf, dass ein neuer Aufrüstungswettbewerb bevorstehen könnte, der mittelfristig die Nachfrage nach militärischer Ausrüstung und Dienstleistungen erhöht.
Sicherheit bleibt auch 2026 ein Investmentthema
Die jüngsten Kursgewinne im europäischen Rüstungssektor zeigen, dass Anleger geopolitische Risiken und höhere Verteidigungsbudgets auch 2026 wieder zunehmend in ihre Portfolios einpreisen, nachdem die Kurse Ende 2925 nachgegeben hatten. Dass Dänemark nun sogar den NATO-Bund infrage stellt, sofern die USA sich Grönland wirklich mit Waffen einverleiben wollen, erhöht die politische Unsicherheit und treibt die Nachfrage nach Rüstungstiteln weiter an.
Dass nun auch traditionell friedliebende, skandinavische Länder wie Dänemark mit der Aufrüstung beginnen, ist für die Welt ein schlechtes Zeichen.
Die Börse feiert es.
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Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Renk.