Von Mitte Juni 2012 bis Mitte Juni 2022 brachte der MDax 284 Prozent Gewinn. Und das, obwohl der Index der mittelgroßen deutschen Börsenwerte mittlerweile auch ganze 21 Prozent unter seinem Rekordhoch notiert. Im gleichen Zeitraum kam der Dax auf eine Rendite von 226 Prozent. Das ist natürlich auch nicht schlecht, doch die Outperformance des MDax beträgt innerhalb der vergangenen zehn Jahre immerhin 58 Prozentpunkte.

Anleger beachten allerdings auch, dass der Dax zuletzt etwas besser performte als der MDax. Denn auf Sicht von einem Jahr verlor der MDax ein paar Prozentpunkte mehr als der deutsche Leitindex. Anleger können daraus ableiten, dass der MDax in freundlichen Marktphasen wohl etwas bessere Renditen bringt, der Dax in schlechteren Marktlagen aber etwas weniger stark verliert.

Besser als der Dax - Ein Blick in den MDax


Der MDax enthält die 50 wertvollsten deutschen börsennotierten Unternehmen, die es nicht in den Dax schafften. Vereinfachte gesagt könnte man sagen, die Unternehmen, welche auf den Plätzen 31 bis 80 der Rangliste stehen, befinden sich im MDax.

Die mit Abstand größte Position im MDax nimmt derweil Beiersdorf ein. Der NIVEA-Konzern macht 7,4 Prozent des Index aus. Danach folgt die abgespaltete Funkturm-Sparte der Telekom namens Vantage Towers mit einem Anteil von 4,9 Prozent. Auf Rang drei folgt Siemens Energy mit einem Anteil von 4 Prozent, dahinter das Spezial-Chemie-Unternehmen Evonik mit 3,9 Prozent und das Medizintechnik-Unternehmen Carl Zeiss Meditec mit 3,6 Prozent.

Anleger, die in den gesamten Index investieren möchten, finden dazu sieben ETFs vor. Diese unterscheiden sich von der Rendite und den Kosten teils deutlich, weswegen Investoren hier genauer hinschauen sollten. Wer allerdings nur auf gute Einzelaktien aus dem mittelgroßen Index setzen möchte, der liest einfach weiter.

Die besten Aktien aus dem MDax


Bevor wir zu den Favoriten der MDax-Aktien kommen, werfen wir einen Blick auf die aktuell am besten performenden Werte. Diese sind der Waffen-Hersteller Rheinmetall mit einer Rendite von 144 Prozent im Jahr 2022. Dies hat der Konzern vor allem der Aufrüstungs-Initiative der Politik und dem zugedachten Sondervermögen für die Bundeswehr in Höhe von 100 Milliarden Euro zu verdanken. Dahinter folgt mit einer Performance von 59 Prozent das Dünge- und Salz-Unternehmen K+S, sowie auf Rang drei der Maschinenhersteller Aixtron mit einem Gewinn von 44 Prozent im Jahr 2022.

Da diese Aktien bereits jetzt gut gelaufen sind, wollen wir noch einen Blick auf die Papiere werfen, die einen ähnlich steilen Anstieg in Zukunft verbuchen könnten. Dies bedeutet nicht, dass die genannten Werte nicht mehr gut performen können. Doch wir sehen hier bereits viel Potential ausgeschöpft.

Zwei Favoriten aus dem MDax


Der Bau-Software-Konzern Nemetschek zählt bislang zu den größten Verlierern. Gegenüber dem Rekordhoch aus dem November 2021 verlor die Nemetschek-Aktie über 40 Prozent an Wert. Vorher hatte das Unternehmen ein sagenhaftes Wachstum erlebt, weil es die Architektur- und Bau-Branche digitalisierte. Im Zuge des Tech-Crashes bekam auch Nemetschek eins auf den Deckel. Doch nun nahm die Citigroup die Aktie ins Rating mit auf und sprach der Aktie eine Kauf-Empfehlung mit Kursziel 85 Euro aus. Bedeutet ein Potenzial von 33 Prozent. Anleger sollten sich bewusst sein, dass die Nemetschek-Aktie kurzfristig volatil bleiben kann. Mittelfristig verfüge Nemetschek laut der Citigroup über genug finanziellen Spielraum und die Bank geht davon aus, dass die Änderung des Geschäftsmodells hin zu mehr Software-Abos erfolgreich verlaufen dürfte.

Die zweite Favoriten-Aktie ist der Autovermieter Sixt. Denn die Aktie kommt nun in eine interessante charttechnische Region. Aktuell notiert das Papier bei rund 123 Euro. Die Zone zwischen 115 Euro und 120 Euro ist eine Zone, in der die Sixt-Aktie in den vergangenen Jahren immer wieder ihre Hochs oder Tiefs fand. Somit hat diese Zone eine starke Relevanz. Interessierte Anleger können in dieser Zone erste Positionen aufbauen oder ihre bestehenden Positionen ausbauen. Denn die Aktie ist mit einem KGV von 17,7 und einer Dividendenrendite von 2,04 Prozent moderat bewertet. Zudem sind die Analysten positiv gestimmt. Sechs raten zum Kauf und nur einer zum Verkauf. Die Deutsche Bank hob das Kursziel jüngst auf 170 Euro an und sieht viel Potenzial.