BioNTech hat offenbar bereits vertrauliche Gespräche mit Interessenten über den Verkauf seiner deutschen Standorte geführt. Die Aktie zeigt eine leichte Erholung.
Der deutsche Pharmahersteller BioNTech, bekannt für den gemeinsam mit Pfizer vertriebenen Corona-Impfstoff Comirnaty, ist bei seiner strategischen Neuausrichtung offenbar weitergekommen. Wie mehrere Medien berichten, wurden vertrauliche Gespräche mit potenziellen Käufern der deutschen Standorte geführt. Spekulationen darüber kursieren bereits seit Längerem – auch Konkurrent Moderna soll Interesse an BioNTechs deutschen Werken hegen.
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BioNtech will Werke aufgeben und sich komplett neu aufstellen
BioNTech hat sich seit den Erfolgen während der Corona-Pandemie zum Sorgenkind entwickelt: Weitere Innovationen blieben bislang aus, während die Nachfrage nach dem Corona-Impfstoff stetig zurückging.
Die Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci zogen daraufhin die Reißleine – und das sehr rabiat: Sie wollen das Unternehmen spätestens Ende dieses Jahres für ein neues verlassen, die deutschen Standorte werden geschlossen und die Covid-Impfstoffproduktion vollständig an den US-Partner Pfizer übertragen. Insgesamt könnten dadurch bis zu 1.860 Stellen wegfallen – betroffen sind die Werke in Idar-Oberstein, Marburg und Tübingen, die bis Ende 2027 aufgegeben werden sollen.
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Darüber hinaus plant der Konzern, sich noch in diesem Jahr von JPT Peptide zu trennen – einem Berliner Unternehmen, das BioNTech 2009 übernommen hatte. Die Einheit schreibt rote Zahlen, und die Suche nach einem neuen Peptid-Lieferanten soll laut mit den Vorgängen vertrauten Personen bereits angelaufen sein.
BioNTech will die eingesparten Mittel in die Krebsforschung investieren. Angesichts der hohen Entwicklungskosten hatte das Unternehmen bereits das Vorjahr mit einem Milliardenverlust abgeschlossen. Für 2026 erwartet BioNTech Erlöse zwischen 2,0 und 2,3 Milliarden Euro.
BioNTech-Aktie: Mehr Transparenz gefordert
Die BioNTech-Aktie, die angesichts dieser Nachrichten 2026 massive Kursverluste hinnehmen musste, notiert derzeit bei über 84 Euro und kämpft sich seit Wochen langsam wieder aufwärts. Verleger und Aktionär Bernd Förtsch, dem auch Börse Online gehört, fordert angesichts der jüngsten Entwicklungen mehr Transparenz beim Ausscheiden der Gründer und prüft rechtliche Schritte.
„BioNTech ist für mich ein Restrukturierungsfall, den der amtierende Vorstand zu verantworten hat", so Förtsch. „Die Art und Weise, wie jetzt eine Neugründung und ein Transfer von Know-how und Personal in die Wege geleitet wird, wirft aus meiner Sicht gravierende Governance-Fragen auf."
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Was macht BioNTech?
BioNTech ist ein deutsches Biotechnologieunternehmen, welches durch die Entwicklung und Distribution des ersten Corona-Impfstoffs bekannt wurde. In diesem Jahr hat das Unternehmen allerdings bekannt gegeben, seine Werke in Deutschland und Singapur schließen zu wollen und sich voll auf die Erforschung von Immuntherapien gegen Krebs fokussieren zu wollen.
Warum schließt BioNTech seine deutschen Standorte?
BioNTech schließt seine Werke in Marburg, Tübingen und Idar-Oberstein, weil die Nachfrage nach dem Corona-Impfstoff stark gesunken ist und weitere Innovationen ausblieben. Die Covid-Produktion wird an Pfizer übertragen; die freiwerdenden Mittel sollen in die Krebsforschung fließen.
Was passiert mit den BioNTech-Gründern?
Die Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci wollen BioNTech spätestens Ende 2026 verlassen. Das Ehepaar kündigte dabei ein neues Unternehmen an, das sich auf mRNA-Forschung konzentrieren soll. Verleger Bernd Förtsch kritisiert die mangelnde Transparenz rund um ihren Abgang.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: BioNTech.
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