"Da haben wir Chancen, am oberen Ende unserer Prognose zu landen". An der Börse wurde die Nachricht positiv aufgenommen. Die in diesem Jahr stark gebeutelte Aktie legte deutlich zu und lag am Nachmittag an der Spitze des Dax .

Zu Beginn des vierten Quartals sei die spannendste Frage gewesen, ob es wieder höhere Produktionszahlen geben werde. Nun sage der Marktdatenanbieter IHS, dass im vierten Quartal weltweit 18 Prozent mehr Fahrzeuge produziert würden als im dritten. "Das ist substanziell. Das liegt auch im Rahmen unserer Erwartungen", sagte Setzer. "Das heißt, wir liegen innerhalb der von uns prognostizierten Umsatzspanne von 32,5 bis 33,5 Milliarden für das Jahr 2021."

Gegenwind gab es wegen gestiegener Preise vor allem für Natur- und Synthesekautschuk. Hieraus erwartet Setzer allein in "diesem Jahr Mehrkosten von 550 Millionen Euro". Da man nicht davon ausgehe, "dass es sich um ein kurzfristiges Phänomen handelt, müssen wir unsere Preisstrukturen anpassen. Wenn wir uns mit unseren Produkten - wie bei Autoreifen - direkt an Endkunden richten, prüfen wir das in den jeweiligen Märkten. Wenn wir Bauteile an Autobauer und Industriekunden zuliefern, bemühen wir uns um partnerschaftliche Lösungen", sagte der Manager.

Die Autosparte von Continental werde wachsen, darauf deuteten die Auftragseingänge hin. "Wir haben in den ersten neun Monaten in der Autosparte Aufträge im Wert von 13 Milliarden Euro erhalten", sagte Setzer. "Damit liegen wir 15 Prozent über dem Umsatz, den wir in diesem Zeitraum dort erzielt haben. Das zeigt, dass wir wachsen werden".

Dabei sieht der Vorstandschef Potenzial für eine Aufholjagd in Asien: "Bei Continental stammen derzeit etwa 24 Prozent des Umsatzes aus ganz Asien. Das ist sicher kein übermäßiger Anteil gemessen an der Größe der dortigen Märkte, im Gegenteil: Wir können und wollen dort weiter überproportional wachsen."

Für das zweite Halbjahr 2022 erwartet er eine Entspannung in der Chipkrise: "Aus heutiger Sicht werden im zweiten Halbjahr erweiterte Kapazitäten in der Halbleiterproduktion, die Beschaffung aus alternativen Quellen und der Umbau einzelner Produkte Entlastung bringen." Wie sehr sich die Lage dadurch verbessere, hänge neben der automobilen Nachfrage aber auch von der Entwicklung in anderen Industrien ab.

Die Continental-Aktie war am Nachmittag mit einem Plus von knapp drei Prozent auf 94,15 Euro stärkster Wert im Dax. Ihr Kurs war allerdings erst Anfang der Woche auf 87,53 Euro gefallen und damit auf den tiefsten Stand seit November 2020. Wegen der vielen Probleme in der Branche gehört das Papier im bisherigen Jahresverlauf zu den größten Verlierern am deutschen Aktienmarkt. Seit Ende 2020 summiert sich das Minus trotz der jüngsten Erholung auf rund 13 Prozent, während der Dax um circa 14 Prozent zulegte.

dpa-AFX