Wie üblich läuten die Großbanken den Zahlenreigen ein. Den Auftakt machen Goldman Sachs und JPMorgan am Dienstag. Die Rivalen Bank of America, Citigroup und Morgan Stanley öffnen ihre Bücher in den darauffolgenden Tagen. Dank der Erholung der Wirtschaft von den Folgen der Coronavirus-Pandemie werde allgemein mit Gewinnsprüngen gerechnet, sagt Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. "Dies könnte aber zu einer Runde Gewinnmitnahmen führen. Die Erwartungen sind so hoch."

CORONA-SORGEN BLEIBEN ANLEGERN ERHALTEN


Da die Coronavirus-Pandemie trotz Massen-Impfungen noch nicht überwunden sei, müsse in den kommenden Monaten zudem mit Rückschlägen an der Börse gerechnet werden, warnt Carsten Mumm, Chef-Analyst der Privatbank Donner & Reuschel. "In vielen Schwellenländern ist die Lage weiterhin unübersichtlich. Dort steigt die Wahrscheinlichkeit für weitere Virusvarianten, die dann auch hierzulande für erneute (Teil-) Shutdowns sorgen könnten."

Analyst Frank Wohlgemuth von der National-Bank in Essen äußert sich optimistischer. "Natürlich ist zu erwarten, dass die Delta-Variante des Coronavirus Bremsspuren sowohl in den Volkswirtschaften als auch an den Aktienmärkten hinterlassen wird, dauerhafte Beeinträchtigungen erwarten wir jedoch nicht."

In der alten Woche verlor der Dax wegen wieder aufgeflammter Konjunktursorgen ein knappes Prozent. Dabei blieb er in seiner Handelsspanne, in der er seit etwa eineinhalb Monaten gefangen ist.

INFLATIONSSPEKULATIONEN NOCH NICHT VOM TISCH


Wegen der immer wieder aufflackernden Inflationsängste werfen Investoren zudem einen aufmerksamen Blick auf die US-Verbrauchepreise am Dienstag. Analysten erwarten für Juni eine Teuerung von 0,4 Prozent zum Vormonat. Im Mai hatte sie bei 0,6 Prozent gelegen. Unter dem Gesichtspunkt eines möglichen Preisdrucks werden Investoren auch die US-Einzelhandelsumsätze am Freitag unter die Lupe nehmen. Hier erwarten Experten eine Stagnation. Der private Konsum gilt als Hauptstütze der weltgrößten Volkswirtschaft.

Daneben blicken Investoren mit einem Auge weiter auf China und das härtere Vorgehen der dortigen Regierung gegen Unternehmen mit Börsennotierungen im Ausland. Da die Behörden vor allem Technologiefirmen ins Visier genommen hätten, drohten der gesamten Branche neue Kursturbulenzen, warnten Analysten.

rtr