Am Freitag fehlte es dem DAX an Aufwärtsimpulsen - das Börsenbarometer zeigte sich dennoch stabil. Für die erste Handelswoche im neuen Quartal zeichnet sich ein kleines Plus von 0,7 Prozent ab. Am Dienstag war der DAX erstmals über die Marke von 15.300 Punkten geklettert. Seither lassen es die Investoren:innen ruhiger angehen.

Nachdem der Rekordlauf des DAX zuletzt von Impf-Fortschritten sowie vom billionenschweren US-Konjunkturprogramm und der weiter sehr lockeren Geldpolitik der Notenbanken befeuert wurde, sehen Experten nun zunehmend Risiken. Die Konsolidierung sei noch nicht vorbei, schreibt etwa David Lusow, charttechnischer Analyst von DailyFX. Andreas Büchler von Index-Radar spricht von einem kurz- und mittelfristig leicht überhitzten Markt, wobei spätestens im Bereich um die 15.500 Zähler mit verstärktem Abgabedruck zu rechnen sei. Angesichts des insgesamt immer noch positiven Grundtrends müssten Anleger:innen voraussichtlich aber nicht mehr als eine kleine Korrektur fürchten.

Auch in Übersee schalteten die Börsianer einen Gang zurück. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 kamen zur Eröffnung am Freitag kaum vom Fleck.

Gewinner im deutschen Leitindex DAX war am Freitag die Delivery Hero-Aktie mit einem Plus von mehr als 2,7 Prozent. Schlusslicht im Börsenbarometer war die Continental-Aktie mit einem Minus von rund 1,8 Prozent.

Was am Freitag an der Börse außerdem wichtig war


Boeing warnt vor neuem Problem beim Krisenjet 737 Max
Der US-Luftfahrtriese Boeing hat Fluggesellschaften auf ein Produktionsproblem bei bestimmten Versionen des Krisenmodells 737 Max hingewiesen. Der Airbus-Rivale empfahl 16 Kunden laut eigenen Angaben vom Freitag, den Betrieb der Maschinen auszusetzen, bis mögliche Mängel am Stromversorgungssystem ausgeschlossen werden können. Boeing arbeite eng mit der US-Luftfahrtaufsicht FAA zusammen. Die Aktien gaben im vorbörslichen US-Handel leicht nach.

Google zieht Berufung gegen Urteil zu Bund-Gesundheitsportal zurück
Der US-Konzern Google zieht sich aus dem Rechtsstreit um eine Zusammenarbeit mit der Bundesregierung bei einem Online-Gesundheitsportal zurück. Google-Unternehmenssprecher Kay Oberbeck teilte am Freitag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit: "Wir können bestätigen, dass wir die Berufung zurückgezogen haben."

Debatte nach Teslas Kritik an Genehmigungspraxis für deutsches Werk
Nach der Kritik von Tesla am Genehmigungsverfahren für sein Elektroauto-Werk bei Berlin nimmt eine Debatte über Investitionen in Deutschland Fahrt auf. Am Freitag forderte auch der Bundesverband der Deutschen Industrie mehr Tempo bei Genehmigungsabläufen. "Komplexe und langwierige Verfahren mit mehrfachen Klageerhebungen und langen Gutachterschlachten sind schon bei überschaubaren Projekten die Regel geworden", kritisierte der stellvertretende BDI-Hauptgeschäftsführer Holger Lösch. "Das hemmt die Investitionstätigkeit hierzulande massiv und schreckt Investoren ab."

Halbleiter-Zulieferer Süss Microtec will weiter zulegen - Aktie gefragt
Der Halbleitertechnik-Zulieferer Süss Microtec blickt zuversichtlich auf 2021 und will Umsatz und operativen Gewinn weiter steigern. Demnach sollen die Erlöse im laufenden Jahr 270 bis 290 Millionen Euro erreichen, wie das im Nebenwerteindex SDax notierte Unternehmen am Freitag in Garching mitteilte. Zudem sollen 9 bis 11 Prozent des Umsatzes als Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) beim Unternehmen hängen bleiben - nach 8,1 Prozent im vergangenen Jahr. Die neuen Ziele des Managements lagen im Rahmen der Markterwartungen.

Tui will sich noch mehr frisches Geld beschaffen - Aktie sackt ab
Der Reisekonzern Tui will sich nach seiner Rettung durch den Staat in der Corona-Krise noch mehr Geld von Anlegern besorgen. Das Unternehmen wolle bei Investoren eine Wandelanleihe im Umfang von rund 350 Millionen Euro platzieren, teilte Tui am Freitag in Hannover mit. Möglicherweise werde das Volumen auf 400 Millionen erhöht. An der Börse kamen die Nachrichten schlecht an: Der Kurs der Tui-Aktie sackte kurz nach Handelsstart um rund sechs Prozent auf 4,30 Euro ab.

rtr/dpa-AFX/ak