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Deutsche Telekom vor den Zahlen: Was Anleger wissen müssen

Deutsche Telekom vor den Zahlen: Was Anleger wissen müssen

WKN: 555750 ISIN: DE0005557508 Deutsche Telekom AG

15,73 EUR
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20.03.2019 - 08:29
21.02.2019 03:20:00

5G-Versteigerung in Deutschland, Fusion von T-Mobile US mit Sprint - die Aktie der Deutschen Telekom wird in den kommenden Wochen und Monaten oft im Fokus stehen. Ein erster Höhepunkt steht bereits am Donnerstag auf der Agenda. Aus Chance-Risiko-Sicht ist das Indexschwergewicht schon jetzt sehr interessant. Von Franz-Georg Wenner

Viele "Experten" sind sich sicher: "Das Börsenjahr 2019 wird volatil". Angesichts der zahlreichen geopolitischen Risikofaktoren ist die Aussage nicht wirklich erhellend für Anleger. Viel mehr steht die Frage im Vordergrund, welche Aktien sich in unruhigen Zeiten als "Fels in der Brandung" erweisen. Defensive Titel haben zwar das Image, eher langweilig zu sein, mittel- bis langfristig zahlt sich dies aber aus. Ein gutes Beispiel liefern die Titel der Deutschen Telekom.



Nur rund ein Drittel der DAX-Aktien legte in den vergangenen zwölf Monaten zu, der DAX selbst steht neun Prozent tiefer. Knapp zehn Prozent mehr kosten hingegen die Titel der Telekom, vor allem während der Crash-Phase im vierten Quartal zeigten die Papiere Relative Stärke und stehen aktuell am 200-Tage-Durchschnitt.


Günstige Gelegenheit





Im Unterschied zum Gesamtmarkt zeigt der Chart seit 2018 sogar eine Serie steigender Tiefpunkte (grüne Linie), Rücksetzer wurden immer früher zum Kauf genutzt. Die Unterstützungslinie verläuft derzeit bei rund 14 Euro und bietet sich als Orientierung für einen sehr engen Stopp an. Wer mehr Luft lassen möchte, platziert die Absicherung unterhalb von 13 Euro.

Lediglich der seit Dezember bestehende Abwärtskanal (rot) trübt ein wenig die Stimmung. Anleger die lieber vorsichtiger agieren möchten, warten daher einen Ausbruch über die obere Begrenzung bei 14,50 Euro ab. Eine erste Zwischenetappe auf dem Weg nach oben stellen das November-Hoch um 15,50 Euro sowie darüber die Zone um 16 Euro dar. Mittel- bis langfristig siedelt Börse Online das Kursziel bei 18 Euro an. Unter dem Strich sieht das Chance-Risiko-Verhältnis aus technischer Sicht somit gut aus.

Attraktive US-Tochter



Fundamental überzeugt das Bild ebenfalls, wobei Anleger genauer hinschauen müssen. Im vergangenen Jahr erhöhten die Bonner drei Mal ihre Prognose. Sehr viel Freude bereitet aber nur die Geschäftsentwicklung bei T-Mobile US. Auch 2018 jagte die Telekom-Tochter den beiden Platzhirschen AT&T und Verizon mit einer aggressiven Preispolitik und wirkungsvollen Marketingaktionen Kunden ab und präsentierte Rekordzahlen. Allein im vierten Quartal entschieden sich eine Million Kunden für T-Mobile US nach 912.000 im Vorjahreszeitraum. Für das neue Jahr rechnet das Management mit 3,6 Millionen neuen Abonnenten - besonders der Mobilfunkstandard 5G dürfte hier für Schwung sorgen. Bereits 2020 soll die landesweite Abdeckung zur Verfügung stehen.

Während es operativ somit brummt, steht die Fusion mit Sprint im dritten Anlauf auf der Kippe. Zuletzt machten einige Senatoren Stimmung gegen den 26 Mrd. Dollar schweren Deal zwischen der Nummer drei und vier (Sprint). Steigende Preise für Kunden, geringerer Wettbewerb und nachlassende Innovationen werden angeführt. T-Mobile-Chef John Legere lenkt hingegen den Fokus auf andere Bereiche. So betont er mehrfach, dass sein Unternehmen keine Huawei- oder ZTE-Ausrüstung einsetzt. Welche Argumente die Entscheidung der Wettbewerbsbehörden letztlich mehr beeinflussen werden, ist vollkommen offen.

5G-Risiko in Deutschland



Am Donnerstag wird der Mutterkonzern die Jahresabschlusszahlen und den 2019er-Ausblick präsentieren. Analysten rechnen mit einem schwachen Umsatzanstieg von 74,9 auf 75,2 Mrd. Euro. Das Betriebsergebnis (Ebit) dürfte leicht um zwei Prozent auf 9,6 Mrd. Euro zulegen. Beim Gewinn je Aktie werden etwa 0,91 Euro erwartet, vor drei Monaten lagen die Prognosen bei 0,93 Euro. Für 2019 wird ein Umsatzanstieg auf 77,4 Mrd. Euro prognostiziert, die Gewinnschätzungen liegen bei 1,06 Euro je Aktie. Ein wichtiges Thema wird auch die anstehende Versteigerung der 5G-Mobilfunkfrequenzen sein. Mit dem überraschenden Einstieg in die Auktion von United Internet dürften die Kosten weiter steigen, dies belastet die Telekom-Aktie. Allerdings besteht hier noch sehr viel Unsicherheit. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig plädiert dafür, aus der Logik der Versteigerungen auszusteigen und kostenfreie Lizenzen zur Verfügung zu stellen. Im Gegenzug soll eine 100-prozentige Abdeckung in Deutschland sichergestellt werden.

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Bildquelle: Deutsche Telekom AG, BÖRSE ONLINE

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