E.ON-Aktie: Die Spannung wächst
· Börse Online Redaktion
Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen einen Vorsteuergewinn (EBITDA) von 8,3 Milliarden Euro erwirtschaftet und lag damit im Bereich der Erwartungen. Unter dem Strich erzielte der Konzern jedoch ein Minus von 3,2 Milliarden Euro. Als Grund nannte E.ON insbesondere Abschreiben von 4,3 Milliarden Euro, insbesondere in der konventionellen Erzeugung in Großbritannien, Schweden und Italien.
Das Geschäftsmodell der Stromversorger ist infolge der Energiewende ins Wanken geraten ist. Doch während Konkurrent RWE auf Sparen setzt, hat E.ON im Dezember überraschend eine Aufspaltung des Konzerns angekündigt: In einen jungen dynamischen Teil unter dem Namen E.ON Dieser soll auf erneuerbare Energien, intelligente Stromnetze und Energiedienstleistungen setzen. Und in einen Teil, bislang als "Neue Gesellschaft" bezeichnet. Er soll Wasser-, Gas-, Kohle- und Atomkraftwerke, Energiehandel sowie Gasförderung und -produktion weiterführen. Insbesondere die konventionelle Energieerzeugung ist durch die Energiewende in Deutschland stark unter Druck geraten.
Dennoch wehrt sich Konzernchef Teyssen gegen den Eindruck, sich der schwachen Geschäftsteile entledigen zu wollen. "Wer fliehen will, handelt anders", betonte er und verwies auf die Assets und Finanzkraft der beiden Unternehmen. Teyssen glaubt, dass die unterschiedlichen Risikoprofile der beiden Gesellschaften für verschiedene Investorengruppen interessant sein werden. Um die Aktionäre bis zur Aufspaltung im Jahr 2016 bei Laune zu halten, will E.ON für 2014 und 2015 eine Dividende von je 0,50 Euro ausschütten.
Fazit: Den Milliarden-Verlust hatte Finanzchef Schäfer bereits Ende Dezember angedeutet. Für Anleger kam er deshalb wenig überraschend. Die Aktie legte deshalb 1,3 Prozent zu, während der Dax 2,6 Prozent im Plus notierte. Die Investoren warten gespannt auf weitere Details zur geplanten Aufspaltung, die im zweiten Quartal veröffentlicht werden sollen. Börse Online belässt die Aktie deshalb auf Beobachten / Halten.
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