ETF-Dachfonds gehörten vor einigen Jahren zu einem der heißesten Trends in der Fondsbranche. Denn bei ihnen wurde verstärkt auf Risikosteuerung gesetzt. ETF-Dachfonds, wie sie von Veritas, StarCapital oder auch Advanced Dynamic Asset Management seit vielen Jahren angeboten werden, haben eines gemeinsam: Sie weisen ein Overlay auf, sodass die Allokation flexibel gesteuert wird. Seit gut einem Jahr hat auch Warburg Invest, mit dem Warburg Global ETFs-Strategie Stabilisierung, ein solches Allwetterprodukt im Angebot. Die Hanseaten setzen auf die guten Prognosen ihres Chefstrategen Carsten Klude. Basierend auf seinem Makroresearch hat Warburg eine Overlay-Strategie entwickelt. Es werden hierbei alle verfügbaren relevanten Daten zur Beurteilung und Analyse der globalen Konjunktur erhoben. Sowohl die großen Marktzyklen des Gesamtmarkts als auch die bedeutendsten Regionen sollen laut Warburg so erklärbarer und prognostizierbarer werden. So will die Fondsgesellschaft konjunkturbedingte Auf- und Abwärtsentwicklungen der Märkte erkennen und entsprechend im Fonds darauf reagieren. Je nach fundamentaler Einschätzung des Warburg-Makroresearchs werden nach relativer Stärke einzelne Regionen gegenüber dem MSCI World über- beziehungsweise untergewichtet. Beispielsweise wurde von den Warburg-Fondsmanagern Nordamerika zulasten Europas seit Mai 2014 übergewichtet. Derzeit sind die USA etwa mit über 40 Prozent gewichtet. "Wir werden die relativen Stärken einzelner Länder und Regionen nutzen, um eine Mehrrendite gegenüber einer passiven Abbildung des MSCI World zu erzielen", versprach Warburg zum Start des Fonds im April 2015. In Marktschwächephasen kann das Kursverlustrisiko aus den Aktien-ETFs um bis zu 70 Prozent reduziert werden. Bislang kann man davon noch nichts merken. Auf Zwölfmonatssicht liegt der Fonds sogar hinter dem MSCI World. Auch den Absturz der Märkte im Februar hat der Fonds komplett mitgemacht.
Bislang muss man den Warburg-ETF-Dachfonds nicht haben. Ob er einen Mehrwert bieten kann, bleibt abzuwarten. Zumal der Fonds nicht gerade ein Schnäppchen ist.
Buchtipp: Winning the Loser's Game
„Winning the Loser's Game“ geht zurück auf einen Zeitschriftenartikel, für den Charles D. Ellis den renommierten Graham & Dodd Award erhielt. Darin plädierte der Autor zukunftsweisend für eine Strategie des diversifizierten, kostengünstigen Investierens in Indexfonds, die er in seinem Buch weiter ausbaute. Inzwischen liegt der Klassiker in der achten, aktualisierten Auflage vor und ist damit auf der Höhe der Zeit angekommen. Neu hinzugekommen sind unter anderem Kapitel darüber, wie Technologie und Big Data traditionelle Anlageentscheidungen infrage stellen und wie das Anlegerverhalten die Renditen beeinflusst. Außerdem werden neue Forschungsergebnisse vorgestellt, die für Ellis’ Ansatz sprechen, und vor der Anlage in Anleihen wird gewarnt. Ein umfassender Leitfaden für langfristige Investitionen, erfolgreich aktualisiert, um den Realitäten der heutigen Märkte gerecht zu werden.
Autoren: Ellis, Charles D.
Seitenanzahl: 336
Erscheinungstermin: 13.02.2025
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-862-6
Preis: 29,90 €