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Expedia, Booking und Co.: Mit diesen Aktien holen sich Anleger das Paradies ins Depot

Expedia, Booking und Co.: Mit diesen Aktien holen sich Anleger das Paradies ins Depot

WKN: A2AJ0M ISIN: US34634E1029 FORM Holdings Corp

07.02.2019 03:10:00

Dank globaler Netzwerke läuft das Geschäft der Online-Riesen in der Reisebranche stabiler als das traditioneller Anbieter. Wo Anleger investieren. Von Klaus Schachinger, Euro am Sonntag.




Konstant 25 Grad herrschen von April bis November auf Ishigaki, einer knapp 230 Qua­dratkilometer großen Insel zwischen dem südjapanischen Festland und Taiwan, heißt es. Wer tauchend oder schnorchelnd Mantarochen erleben will, die durch das Ostchinesische Meer schweben, sollte Ishigaki von Juni bis Oktober besuchen, empfehlen die Experten des Reiseführers "Lonely Planet", der bei Entdeckertouristen begehrt ist. Es sei die beste Reisezeit.



Vor fünf Jahren wurde auf der Insel ein Flughafen eröffnet. In den Top Ten der Reiseziele von Online-Buchern auf dem Portal Tripadvisor rangiert die japanische Trauminsel an der Spitze. Aufgrund günstiger Flüge und der dank Internet inzwischen recht einfachen Organisation von Reisetrips auf eigene Faust dürfte die exotische Destination westlichen Abenteuertouristen nicht lange verborgen bleiben.


Trips an weniger bekannte und oft auch abgelegene Orte sind begehrt. Diese Destinationen gehören zu einer aussichtsreichen Nische im Reisemarkt, zu der neben Ferienwohnungen auch Apartments gehören, die private Besitzer über Onlineplattformen wie Airbnb vermitteln.

Branchenturbo Online-Touristik

Der aktuell auf 120 Milliarden Dollar pro Jahr geschätzte Umsatz in diesem Bereich wird laut Analysten von Bloomberg Intelligence (BI) bis 2021 jährlich um 20 Prozent zulegen. Die größten Zuwächse im Wachstumssegment trauen sie Online-Reisevermittler Expedia zu, der sich hier 2015 den amerikanischen Airbnb-Konkurrenten Homeaway schnappte. Dank Homeaway, in Deutschland bekannt durch den Ferienwohnungsvermieter Fewo-direkt, werde Expedia den Umsatz mit alternativen Unterkünften bis 2020 auf 20 Milliarden Dollar verdoppeln, sagen die Experten von BI voraus, auch weil sich die Nummer 2 in der Online-Touristik jetzt gegenüber Airbnb und Booking Holdings leichter durchsetzen könne.

In der Online-Touristik insgesamt, zu der auch Meta-Suchmaschinen wie Trip­advisor und Trivago für Hotels gehören, wurden 2018 knapp 346 Milliarden Dollar umgesetzt. Das ist laut Zahlen der Marktforscher von IBIS-World rund ein Drittel der gesamten Buchungssumme des vergangenen Jahres.

Tourismus ist ein Wachstumsmarkt. In den vergangenen fünf Jahren legte die Branche im Schnitt jährlich um 2,3 Prozent zu. Der Trend soll sich fortsetzen. Mit jährlich 6,4 Prozent Zuwachs knapp dreimal so stark soll indes die Online-Touristik bis 2023 zulegen.

Die Gründe für die höheren Zuwächse dieses Segments liegen auf der Hand: Reisende werden immer vertrauter mit dem Internet. Sie verzichten auf die Dienstleistungen herkömmlicher Reisebüros und buchen im Internet zu mitunter deutlich günstigeren Preisen - und teils auch bei größerer Flexibilität, etwa bei der Stornierung von Buchungen. Zahlreiche Bewertungen anderer Gäste ersetzen dabei die Empfehlung des klassischen Beraters.

Touristikanbieter wie TUI oder Thomas Cook haben zudem strategische Nachteile. Flotten von Ferienfliegern oder eigene Hotels machen sie sensibler für Nachfrageschwankungen bei einzelnen Zielen. Die Anbieter litten teilweise stark unter politischen Unsicherheiten an beliebten Reisezielen wie vor ein paar Jahren in Ägypten oder in der Türkei. Online-Reisevermittler wie Booking Holdings oder Expedia haben in der ­Regel weitreichende Netzwerke und wenige eigene Assets, was sie unabhängiger für Nachfrageschwankungen macht. Ihre Kunden können Alternativen problemlos im globalen Netzwerk der Destinationen buchen.

Wer als Anbieter im Onlinesegment nachhaltig zulegen will, braucht somit Zugriff auf ein weitreichendes Netz von Unterkünften - und sollte mit spezialisierten Portalen aussichtsreiche Nischen abdecken. Im Onlinesegment hat das in den vergangenen Jahren zu einer starken Konsolidierung geführt. Mit einer Serie von Übernahmen stieg Anbieter Priceline aus Norwalk im US-Bundesstaat Connecticut (firmiert inzwischen als Booking Holding) an die Spitze des boomenden Online-Tourismus auf.

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Bildquelle: DGLimages/iStock/booking.com

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