EZB öffnet die Geldschleusen - Dax geht die Puste aus
· Börse Online Redaktion
Die EZB begann am Morgen damit, Papiere mit Laufzeiten von zwei bis 30 Jahren im Gesamtvolumen von 60 Milliarden Euro monatlich zu kaufen. Allein die Aussicht auf den Start des Programms, mit dem die Notenbanker die Kreditvergabe und somit indirekt die Konjunktur ankurbeln wollen, hat den Dax seit Jahresbeginn um fast 18 Prozent hochgeschoben. Am Rentenmarkt stiegen die Kurse der Staatsanleihen ebenfalls, was im Gegenzug die Renditen immer tiefer in den Keller drückte.
Zugleich ließ der Euro kräftig Federn - am Montag rutschte er bis auf 1,0824 Dollar und notierte damit so niedrig wie seit Anfang September 2003 nicht mehr. Neben der ultralockeren Geldpolitik der EZB sind die steigenden US-Renditen ein Grund für die Euro-Schwäche. Denn die jüngsten Konjunkturdaten - der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag war überraschend stark ausgefallen - befeuerten die Spekulationen auf eine baldige Zinswende in der weltgrößten Volkswirtschaft.
Für Unsicherheit sorgte auch die Fortsetzung des griechischen Schuldendramas. Offenbar kann das Land auf Basis ihrer bisherigen Reformvorschläge nicht mit einer zügigen Auszahlung dringend benötigter Hilfskredite rechnen. Ab dem Nachmittag wollten die Euro-Finanzminister die Lage beraten. Der griechische Leitindex verlor 4,5 Prozent.
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PARISER ANLEGERN MISSFÄLLT MÖGLICHE FUSION VON VERSORGERN
Im Dax zählten die Aktien der Lufthansa mit einem Plus von 1,3 Prozent zu den Favoriten. Lufthansa-Chef Carsten Spohr geht davon aus, dass sich die Zeiten sinkender Flugpreise dem Ende zuneigen, wie er der "Bild"-Zeitung sagte. Zudem halfen positive Verkehrszahlen des Rivalen Air France-KLM, deren Titel in Paris ebenfalls 1,5 Prozent zulegten. Bayer profitierten von positiven Analystenkommentaren und stiegen um gut ein Prozent. Schlusslicht im Dax waren Deutsche Börse mit einem Abschlag von einem Prozent. Ein EU-Gericht bekräftigte das Fusionsverbot für den Frankfurter Börsenbetreiber.
Im MDax ging es für Dürr um 3,9 Prozent bergab. Eine mit Enttäuschung aufgenommene Prognose löste Gewinnmitnahmen aus.
In Paris fielen die Papiere des Stromversorgers EDF um rund vier Prozent. Möglicherweise will die Regierung den teils noch staatlichen Konzern mit dem angeschlagenen Atomkonzern Areva zusammenlegen, den sie ebenfalls kontrolliert. Areva fielen um 1,3 Prozent.
Reuters
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