BRANCHENREPORT

Fachmedien: Wissen ist Geld

Fachmedien: Wissen ist Geld
02.10.2016 05:15:00

Egal ob Arzt, Anwalt oder Landwirt: Wer in seinem Beruf auf dem neuesten Stand sein will, muss sich weiterbilden. Spezialisierte Verlage und Infodienste setzen dabei zunehmend auf Digitalisierung. Von Alexander Szczesny

Das Internet der Dinge, Big Data, digitale Transformation: Schlagwörter beherrschen die Berichterstattung, wenn es um den Wandel geht, der sich in vielen Zweigen der Wirtschaft vollzieht. Im Fokus stehen überwiegend Industrie oder neue digitale Dienstleistungen. Meist bleibt der Blick auf rein technische oder finanzielle Daten verengt, mit denen sich durch Vernetzung und Weiterentwicklung der Informationstechnologie neue Möglichkeiten eröffnen.



Doch ein wichtiger Faktor bleibt in der gesamten Wirtschaft letztlich Fachwissen. Und das muss ständig aktuell gehalten werden - egal ob in Technik, Medizin, Pharma, Recht, Steuern oder Rechnungswesen. Hierauf spezialisierte Medien und Infodienste sind daher in einem spannenden Markt aktiv. Der ist außerdem von einem hohen Anteil an Abonnements geprägt, denn viele der Informationen sind im beruflichen Kontext Pflichtlektüre. Zugleich sind die Anbieter selbst von der Digitalisierung betroffen. So stieg bei deutschen Fachmedien laut dem Verein Deutsche Fachpresse (DF) von 2010 bis 2015 der Anteil digitaler Medien von 13,1 auf 19,6 Prozent.


Im Gesundheitswesen untersuchte die Arbeitsgemeinschaft LA-MED die Mediennutzung der dort Beschäftigten. Dabei maßen etwa Klinikärzte Kongressen, dem Kollegengespräch sowie Fachzeitschriften auch für die Zukunft eine hohe Bedeutung zu. Als zum Teil mindestens genauso wichtig stuften sie aber Online-Datenbanken, Fachzeitschriften-Portale, Apps und Wissensportale ein. Für die deutsche Fachpresse allgemein sieht der DF-Sprecher Stefan Rühling, dass qualitativ hochwertige Inhalte gute Vertriebserlöse garantieren. "Zudem haben Fachmedienhäuser frühzeitig ihr Portfolio entsprechend der Kundenbedürfnisse erweitert und in digitale Medien und Geschäftsfelder diversifiziert, die nun Weiterentwicklung und Wachstum tragen", so Rühling. Dazu zählen etwa fach- und branchenspezifische Software und Systeme, über die Daten und Wissen in Entscheidungsprozesse, Forschung oder Weiterbildung einfließen können.

Anleger, die in dem Gebiet investieren wollen, müssen sich im Ausland nach geeigneten Aktien umsehen. Hier haben die entsprechenden großen Anbieter die Digitalisierung bereits weit vorangetrieben. So gibt etwa der niederländische Anbieter Wolters Kluwer für sein Digitalgeschäft einen Umsatzanteil von 73 Prozent an, bei einer Wachstumsrate von aktuell fünf Prozent. Der auch absolut schrumpfende Printbereich macht nur noch 14 Prozent aus. Das Unternehmen aus dem Leitindex AEX ist spezialisiert auf die Bereiche Gesundheitswesen, Steuern und Buchhaltung, Recht sowie Governance, Risiko und Compliance. Über 60 Prozent ihres Umsatzes erzielen die Niederländer in Nordamerika, den Rest überwiegend in Europa. In den vergangenen Jahren ist Wolters Kluwer insgesamt zwar langsam, aber profitabel gewachsen, und auch die Schuldenquote fuhr das Unternehmen zurück. Die letzten Halbjahreszahlen, die leicht über den Erwartungen der Analysten lagen, deuten auf eine weiter positive Entwicklung hin.



Seite: 1 | 2 | 3

Aktien in diesem Artikel

RELX PLC (spons. ADRs) (ex Reed Elsevier) 22,40 0,00% RELX PLC (spons. ADRs) (ex Reed Elsevier)
Wolters Kluwer N.V. 82,12 1,18% Wolters Kluwer N.V.

Indizes in diesem Artikel

Nachrichten zu Wolters Kluwer N.V.

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen

Aktienempfehlungen zu Wolters Kluwer N.V.

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell

Nachrichten

  • Nachrichten zu Aktien
  • Alle Nachrichten
pagehit