Die Aktionäre der italienischen Großbank Unicredit haben der Kapitalerhöhung zugestimmt, mit der Unicredit die Übernahme der Commerzbank bezahlen will. Jetzt warte der Markt gespannt auf das Angebot.

Der Übernahmekampf um die Commerzbank geht seinem vorläufigen Höhepunkt entgegen. Am Montag stimmten die Aktionäre der italienischen Großbank Unicredit auf bei einer außerordentlichen Hauptversammlung der notwendigen Kapitalerhöhung zu, mit der die Unicredit ihren deutschen Rivalen im Zuge eines Aktientauschs übernehmen will. Die Anteilseigner genehmigten neue Aktien im Wert von bis zu gut 6,7 Milliarden Euro. Da Unicredit bereits Zugriff auf knapp 30 Prozent der Commerzbank-Aktien hat, müssen die Italiner nur noch etwas mehr als 20 Prozent am Markt einsammeln, um die Mehrheit zu erreichen.

Damit kann die Unicredit ihr Mitte März angekündigtes Angebot zur Übernahme sämtlicher Commerzbank-Anteile nun auch offiziell unterbreiten. Unicredit-Chef Andrea Orcel will seine formale Offerte am Dienstag vorlegen.

Bessert Unicredit nochmal nach?

Unicredit hatte im März ein freiwilliges Tauschangebot für sämtliche Aktien des Frankfurter Dax-Konzerns angekündigt. Damals hieß es, die Unicredit werde 0,485 neue Unicredit-Papiere für jede Commerzbank-Aktie bieten. Das entsprach damals einem Preis von 30,80 Euro pro Commerzbank-Anteil oder einem Aufschlag von vier Prozent zum Schlusskurs vom 13. März. Auf dieser Basis bewertete die Unicredit die Commerzbank mit knapp 35 Milliarden Euro. Allerdings notierten Commerzbank-Aktien zuletzt deutlich höher bei rund 35 Euro. Orcel hatte sich im Gespräch mit der Frankfurt Allgemeinen Zeitung (FAZ) zuletzt offengehalten, die Offerte nachzubessern.

Die Unicredit ist bereits der mit Abstand größte Anteilseigner der Commerzbank, vor dem deutschen Staat. Kürzlich präsentierte Orcel einen Umbauplan für den Fall einer Übernahme, demzufolge rund 7.000 Stellen in Deutschland entfallen könnten.

So reagiert die Commerzbank-Aktie

Das Institut mit Sitz in Mailand verspricht sich von einer Übernahme der deutschen Großbank Vorteile im Geschäft mit Privat- und Mittelstandskunden in Deutschland. Hierzulande ist die Unicredit schon mit ihrer Tochter HypoVereinsbank (HVB) vertreten, was weitere Einsparungen schaffen könnte.

Die Aktie der Commerzbank fiel am Mittag nach Bekanntwerden des Abstimmungsergebnisses um zwei Prozent auf 34,44 Euro. Analysten hatten ihre Prognosen in den vergangenen Tagen in Erwartung einer neuen, höheren Offerte auf Kursziele von 40 bis 42 Euro angehoben.

Commerzbank (WKN: CBK100)

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Häufige Fragen zum Thema

Wieviel bietet Unicredit für die Commerzbank?

Unicredit hat am 16. März ein frewilliges Angebot für die Commerzbank per Pressemitteililung kommuniziert - aber nie offiziell eingereicht. Danach bietet Unicredit 0,485 eigene Aktien für eine Commerzbank-Aktie. Eine Barkomponente gibt es nicht. Auf Basis eines Unicredit-Kurses von 65 Euro (Stand 30.4.2026) entspricht das 31,52 Euro je Commerzbank-Aktie.

Wann wird Unicredit sein offizielles Angebot abgeben?

Nachdem die außerordentliche Hauptversammlung am 4. Mai die erforderliche Kapitalerhöhung genehmigt hat, erwartet die Börse für Dienstagsfrüh (5.5.2026) das offizielle Angebot der Italiener. 

Wie reagiert der Markt?

Die Commerzbank-Aktie notiert seit Wochen über dem rechnerischen Angebotspreis von Unicredit. Analysten und Investoren rechnen mit einer Anhebung der Offerte. Doch am Montag fiel der Kurs erst einmal nach der Abstimmung in Mailand.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Commerzbank.