Fresenius-Aktie: Medizinkonzern will Übernahmewelle in der Branche aussitzen
· Börse Online Redaktion
Schneider hat Fresenius in den vergangenen Jahren durch zahlreiche Milliarden-Zukäufe zu einem weltweit agierenden Gesundheitskonglomerat ausgebaut. Erst im vergangenen Jahr schluckten die Hessen einen Großteil von Rhön-Klinikum. Um attraktive Übernahmeziele in seinem Kerngeschäft werde sich der Konzern "prügeln", sagte Schneider im Februar. Interesse nachgesagt wird Fresenius beispielsweise an der Danone -Sparte mit medizinischer Ernährung, falls die Franzosen sich irgendwann für einen Verkauf des Geschäftsbereichs entscheiden.
Schneider äußerte sich wie üblich nicht zu möglichen Übernahmekandidaten. Er betonte allerdings, dass Fresenius derzeit keine Ambitionen hat, durch Zukäufe in neue Geschäftsfelder vorzustoßen. Mit den vier Geschäftsbereichen - dem Krankenhausbetreiber Helios, der Dialyse-Sparte FMC, dem Kliniknahrungsspezialisten Kabi und dem Krankenhausdienstleister Vamed - sei er sehr zufrieden. "Wir haben auf durchaus einige Jahre eine stabile Situation, da würde ich nicht gerne dran rühren." Größer in die Altenpflege oder die Krankenversicherung einzusteigen, sei nicht geplant, betonte Schneider. Es sei nicht sein Ziel, das Unternehmen zu einem allumfassenden Gesundheitskonzern zu machen.
Schneider trommelte in München zudem für das transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP). Die Debatte um Chlorhühnchen täusche darüber hinweg, dass ein Freihandel zwischen Europa und den USA viele Vorteile böte, insbesondere für den Mittelstand. "Wir reden über einen Tauschhandel. Und wir müssen uns fragen: Sind wir mit dem Abkommen besser dran als zuvor?", sagte Schneider. "Es gibt keine einzige Studie, die sagt, dass es nicht besser würde." Eine Harmonisierung bei der Zulassung von Medikamenten und Medizintechnik böte große Chancen für Menschen beiderseits des Atlantiks. Allein die Zulassung eines Produkts zur venösen Ernährung Schwerkranker bei der US-Behörde FDA dauere für Fresenius derzeit fünf Jahre und verschlinge zehn Millionen Euro. Für den Konzern sei es nicht existenzbedrohend, wenn es nicht zu einem Vertrag kommen würde, sagte Schneider. Allerdings drohe Europa dann an den Rand des Weltgeschehens gedrängt zu werden, wenn sich die Amerikaner nach Westen orientierten und mit den Pazifikstaaten ein Freihandelsabkommen abschlössen.
Reuters
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