Die Allianz gehört zu den bekanntesten Unternehmen in ganz Deutschland und ist aktuell auch mehr als günstig bewertet. Sollten Anleger hier jetzt zuschlagen? Oder greift man hier unabsichtlich in ein fallendes Messer? Von Johann Werther

Das Geschäftsmodell der Allianz

Jeder Deutsche kennt den Versicherungskonzern Allianz nicht zuletzt als Namensgeber des Münchener Stadions, in dem auch der Rekordmeister FC Bayern zu Hause ist. Bereits seit 1890 ist man im Geschäft mit der Abdiskontierung von Risiken unterwegs und das mehr als erfolgreich. Inzwischen beschäftigt das Unternehmen ca. 150.000 Mitarbeiter und verbucht den größten Teil des Umsatzes (52 Prozent) mit Lebens- und Krankenversicherungen. Weitere 41 Prozent nimmt der Konzern durch andere Versicherungsgeschäfte ein und hat zudem noch die unglaubliche Zahl von 2,6 Billionen Euro under Managment als Vermögensverwalter.

Kriterienanalyse der Allianz-Aktie

Doch egal wie gut ein Geschäft sein kann, am Ende sind für Aktionäre die Zahlen entscheidend. Deswegen hier ein Blick auf die Kriterienanalyse:

Performance

Zwar sind vergangene Entwicklungen niemals ein Indikator für zukünftige Wertentwicklungen, allerdings hat die Allianz in der Vergangenheit keine Performance gezeigt. Auf die letzten fünf Jahre liegt das Papier mit 2 Prozent im Minus und musste in den letzten sechs Monaten ca. 18 Prozent des Wertes abgeben.

Deswegen 0 von 2 Punkten für die Aktie.

Kontinuität & Steigerung der Dividende

Aktuell beträgt die erwartete Dividendenrendite der Allianz-Aktie 6,18 Prozent. Zudem zahlt das Unternehmen schon sehr lange Ausschüttungen an Aktionäre, welche seit mehr als 20 Jahren auch kontinuierlich gesteigert wurden.

Deswegen 2 von 2 Punkten für die Aktie.

Streubesitz

Ein Punkt auf den Aktionäre nur zu selten achten ist der Streubesitz. Wenn zum Beispiel unter 50 Prozent der Aktien dem Freefloat angehören, kann dies das Risiko von Übernahmen und Squeeze-outs erhöhen. Bei der Allianz ist dies allerdings nicht gegeben, da der Streubesitz bei 83 Prozent liegt.

Deswegen 1 von 1 Punkt für die Aktie.

Bewertung

Für den Branchenprimus in der Versicherungsbranche ist die Aktie vergleichsweise günstig gepreist. Das aktuelle KGV liegt bei 9,8. Doch stagniert wie der Kurs auch der Jahresüberschuss und schwankt um die Marke der 7 Milliarden pro Jahr. Außerdem gibt es sogar noch günstigere Alternativen, welche allerdings nicht den Status und die Machtposition der Allianz haben.

Deswegen 1,5 von 2 Punkt für die Aktie.

Newslage

An sich ist die Versicherungsbranche ein ruhiges Geschäft, doch die Allianz holen immer wieder die gleichen Probleme ein. Auf der einen Seite sind die Probleme der immer häufiger werdenden Naturkatastrophen, die das Ergebnis des Konzerns drücken. Auf der anderen Seite liegt eine Allianz-Tochter immer noch im Prozess aufgrund möglicherweise Vermögens-schädigender Handlungen im Bereich der Vermögensverwaltung.

Deswegen 0 von 1 Punkt für die Aktie.

Zukunft des Geschäftsmodells

Versicherungen werden auch in Zukunft ein wesentlicher Teil des Lebens bleiben. Die Absicherung vor existenziellen Risiken ist für jeden Menschen wichtig und dementsprechend wird auch der Allianzkonzern in Zukunft seine Existenzberechtigung haben.

Deswegen 2 von 2 Punkten für die Aktie.


Fazit

Damit erreicht die Allianz-Aktie in unserem Ranking 6,5 von 10 Punkten. Damit ist sie eindeutig im Mittelfeld des Rankings, wo sie für einzelne Anleger, vor allem Dividendeninvestoren interessant sein kann, allerdings keineswegs ein "Must-have" ist. Aus der charttechnischen Betrachtung heraus sind die Marken von 170 und 200 Euro sehr wichtig für die Aktie und stellen ebenfalls gute Einstiegsmöglichkeiten dar. Die 14 diesjährigen Einschätzungen von Analysten sehen für das Unternehmen allerdings einiges an Potenzial und geben ein durchschnittliches Kursziel von 237,62 Euro an. Dies würde einem Kursanstieg von 36 Prozent entsprechen.

Übrigens: Die Allianz-Aktie befindet sich auch im BÖRSE ONLINE Aktien für die Ewigkeit Index. In diesem Indexzertifikat mit der WKN DA0ABN sind insgesamt 30 Aktien wie auch Walmart, Apple oder Berkshire Hathaway. 

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Allianz

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