HeidelbergCement-Anleihe: Geschäftsmodell Infrastruktur
· Börse Online Redaktion
Amerika verdiene die beste Infrastruktur der Welt, wurde Donald Trump im US-Präsidentschaftswahlkampf und in den ersten Wochen seiner Amtszeit nicht müde zu wiederholen. HeidelbergCement rechnete sich zunächst gute Chancen aus, von der angekündigten Sanierung von Autobahnen, Brücken und Flughäfen zu profitieren. Das Unternehmen ist weltweit die Nummer 1 bei Zuschlagstoffen wie Sand und Kies, die Nummer 2 bei Zement und die Nummer 3 bei Transportbeton.
Zudem ist HeidelbergCement mit eigenen Werken vertreten und betreibt zahlreiche Zementterminals, die Bauprojekte in den Staaten und in Kanada beliefern. Rund 27 Prozent trägt der US-Markt zum Gesamtumsatz bei.
Doch mittlerweile ist es nicht nur um das Mauerprojekt des US-Präsidenten entlang der über 3000 Kilometer langen Grenze zu Mexiko wieder ruhiger geworden. Die Finanzierung des Projekts ist weiterhin unklar. Und statt der zunächst angekündigten eine Billion Dollar, die Trump in Infrastruktur investieren wollte, sind im ersten Haushaltsentwurf nur noch 200 Milliarden für die kommenden zehn Jahre veranschlagt.
Das trübt ein wenig die US-Aussichten. Andererseits sieht die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) begründete Hoffnung auf "großflächige und teilweise sogar signifikante Preiserhöhungen" in anderen Regionen, auch in Europa. Zudem kann der global aufgestellte Konzern in Schwellenländern zulegen, die ebenfalls ihre Infrastruktur verbessern wollen. HeidelbergCement ist seit dem Jahr 2006 in Indien vertreten. Mit der Übernahme des ebenfalls global agierenden italienischen Unternehmens Italcementi im vergangenen Jahr hat der Konzern seine Präsenz auf dem Subkontinent gestärkt. Insgesamt prognostiziert die LBBW für Heidelberg-Cement ein moderates Wachstumsszenario.
Durch den Kauf von Italcementi erwartet sich Vorstandschef Bernd Scheifele Synergieeffekte in Höhe von über 400 Milliarden Euro. Den damit einhergehenden Anstieg der Neuverschuldung auf neun Milliarden Euro will der Konzern zügig abbauen. Im Lauf des Jahres könnten die Verbindlichkeiten um 0,7 bis 1,0 Milliarden Euro sinken.
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