Der erste Kurs bei 28,50 Euro überstieg den Emissionspreis deutlich, in der Folge wurden sogar fast 31,80 Euro erreicht. Doch dann begann die Talfahrt. Schon einen Monat nach Emission kam die erste Warnung. Die Nachfrage für große Möbel sei verhalten, hieß es damals. Spätestens seit der Veröffentlichung der Zahlen zum dritten Quartal sind die Verkaufsschleusen an der Börse bis zum Anschlag geöffnet.

Das Unternehmen schaffte nur noch ein Wachstum von zehn Prozent. Viel zu wenig in dem frühen Unternehmensstadium. Und von Skaleneffekten ist nichts zu spüren. Mehr Umsatz und überproportional noch mehr Verlust ist keine Erfolgsformel, auf die Börsianer stehen.

Mittlerweile ist der Kurs bei fast fünf


Euro angekommen. Die Analysten halten sich zurück. Die letzte Studie gab es im ­Februar von Goldman Sachs mit einem Kursziel von elf Euro. Damals war das noch eine eher zurückhaltende Prognose, heute liegt das Kursziel 100 Prozent über dem aktuellen Kurs. In der Tat könnten Börsianer zu dem Schluss kommen, dass der Ausverkauf übertrieben ist.

So hat die auf Nebenwerte spezialisierte Investmentfirma Amiral Gestion gerade eine Beteiligung von mehr als drei Prozent gemeldet. Dass die Franzosen hier Potenzial sehen, ist nachvollziehbar. Home24 wird an der Börse mit 137 Millionen Euro bewertet. Ende September hatte der Onlinehändler noch 124 Millionen Euro Bares auf der Bank. Der Geschäftsbericht 2018 wird am 25. April veröffentlicht. Werden die vorläufigen Zahlen hochgerechnet, sollten die Barmittel zum Jahreswechsel zwischen 100 und 110 Millionen Euro betragen. Der Wert des operativen Geschäfts, das im ­vergangenen Jahr 310 Millionen Euro umsetzte und in Brasilien positive Betriebs­ergebnisse liefert, scheint damit unterzeichnet zu sein.

Unser Kolumnist Jörg Lang beschäftigt sich seit 1988 mit dem Thema Aktien.