WOHNUNGSKONZERNE

Immobilien-Aktien: Annington und Gagfah vor Mega-Fusion

Immobilien-Aktien: Annington und Gagfah vor Mega-Fusion

WKN: A0HN5C ISIN: DE000A0HN5C6 Deutsche Wohnen SE

41,58 EUR
-0,25 EUR -0,60 %
04.12.2020 - 16:28
01.12.2014 12:57:29

Mega-Fusion im deutschen Wohnungssektor: Für fast 3,9 Milliarden Euro will der Branchenführer Deutsche Annington die kleinere Konkurrentin Gagfah schlucken. Daraus entstünde ein Konzern mit rund 350.000 Wohnungen im Wert von 21 Milliarden Euro - nach Angaben von Annington der zweitgrößte in Europa hinter der französischen Unibail-Rodamco.

Die Verhandlungen zwischen den Ruhrgebiets-Rivalen liefen das ganze Wochenende auf Hochtouren, am Montag wurden die Pläne publik gemacht. "Wir wollen einen nationalen Champion von europäischer Dimension schaffen", sagte Annington-Chef Rolf Buch. Er hofft, dass sich das neue Unternehmen günstiger finanzieren kann und damit noch schlagkräftiger wird. Das offizielle Angebot soll vor Weihnachten vorgelegt werden.

Buch wird auch an der Spitze des neuen Unternehmens stehen, Gagfah-Chef Thomas Zinnöcker soll sein Stellvertreter werden. Die beiden Manager kennen sich seit Jahren und liegen offenbar auf einer Wellenlänge. "Es gibt hier keine emotionalen Themen", betonte Buch in einer Telefonkonferenz. Nun wollen Buch und Zinnöcker die von Analysten geforderte Branchenkonsolidierung vorantreiben. Bislang hat es keine deutsche Immobiliengesellschaft in den Börsen-Leitindex Dax geschafft - und auch der fusionierten Annington/Gagfah wird dies Experten zufolge trotz eines steigenden Börsenwerts frühestens 2016 gelingen, weil die Handelsumsätze noch zu niedrig sind. Aber ein Anfang ist gemacht, wie Zinnöcker betonte. Er sprach von großen Wachstumschancen durch das Zusammengehen.

Gerade erst hatte er sein eigenes Haus wieder auf Kurs gebracht. Am Freitagabend klingelte dann das Telefon und Buch präsentierte ihm die Fusionspläne, wie Eingeweihte berichten. Relativ schnell seien sie sich handelseinig gewesen - jetzt müssen nur noch die Anleger mitspielen. Weil Annington den Deal mit neuen Schulden und einer Kapitalerhöhung finanzieren will, hielt sich die Freude zunächst allerdings in Grenzen: Mit einem Minus von über drei Prozent war die Annington-Aktie Schlusslicht im Nebenwerteindex MDax, während die Gagfah-Aktie um fast 13 Prozent anzog.

Deutsche Annington zahlt etwa die Hälfte des Kaufpreises in bar, die andere Hälfte in eigenen neuen Aktien. Das entspricht 18 Euro je Gagfah-Aktie. Der Aufschlag von 16 Prozent auf den Schlusskurs vom Freitag ist vergleichsweise gering. Die Gagfah-Aktionäre sollen für 14 ihrer Aktien 122,52 Euro in bar sowie fünf Deutsche-Annington-Aktien erhalten. Bis zum 21. Januar 2015 muss sich entscheiden, ob sie sich für die Fusion gewinnen lassen. Voraussetzung für das Zustandekommen der Übernahme ist eine Annahmequote von mehr als 50 Prozent.

Auf Seite 2: "DIE BALKONE WERDEN BILLIGER"

Seite: 1 | 2

Aktien in diesem Artikel

Deutsche Wohnen SE 41,58 -0,60% Deutsche Wohnen SE
Firma Holdings Corp 0,04 0,00% Firma Holdings Corp
Vonovia SE (ex Deutsche Annington) 55,82 -0,64% Vonovia SE (ex Deutsche Annington)

Indizes in diesem Artikel

DAX 13.298,96
0,35%
MDAX 29.517,75
0,79%

Aktienempfehlungen zu Deutsche Wohnen SE

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
26.11.20 Deutsche Wohnen overweight JP Morgan Chase & Co.
24.11.20 Deutsche Wohnen Neutral Goldman Sachs Group Inc.
24.11.20 Deutsche Wohnen buy Warburg Research
19.11.20 Deutsche Wohnen buy Jefferies & Company Inc.
18.11.20 Deutsche Wohnen Halten Independent Research GmbH
mehr Aktienempfehlungen

Nachrichten

  • Nachrichten zu Aktien
  • Alle Nachrichten
pagehit