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Internet-Sicherheit: Der Feind in meinem Netz

Internet-Sicherheit: Der Feind in meinem Netz
25.09.2016 11:05:00

Kriminalität im weltweiten Netz nimmt zu. Was für Privatpersonen, Unternehmen und Behörden ein Risiko ist, beschert IT-Sicherheitsaktien große Chancen. Von Jürgen Büttner

Summen in Höhe von 40 Millionen Euro, 50 Millionen Euro, 89 Millionen Dollar! Das ist der Schaden bei drei der prominentesten Online-Betrugsfälle allein in diesem Jahr. Im ersten Fall traf es den österreichischen Flugzeugzulieferer FACC, im zweiten Fall den deutschen Autozulieferer Leoni und im dritten Fall die Notenbank in Bangladesch. Für Schlagzeilen sorgte außerdem erst kürzlich eine Datenpanne beim Onlinebroker Comdirect und eine Cyberattacke auf die US-Schnellimbisskette Wendy’s.



Solche Fälle erwecken den Eindruck, als ob Onlinekriminelle fast nach Belieben in die IT-Infrastruktur von Unternehmen eindringen könnten. Jüngst warnte der IT-Sicherheitspionier John McAfee: "Unsere Spezies stand noch nie zuvor einer Bedrohung mit solchen Dimensionen gegenüber. Sie denken womöglich, ich übertreibe und bin ein Schwarzseher. Aber ich bin mit vielen Hackern befreundet, die über die Fähigkeiten verfügen, enormen Schaden zu verursachen, wenn sie das möchten." Skeptiker mögen einwenden, McAfee mache damit nur Werbung für sein neues IT-Sicherheitsunternehmen MGT Capital. Aber die erwähnten Beispiele zeigen, dass die Bedrohung real ist. Zumal keineswegs nur Firmen oder Finanzinstitute betroffen sind. Auch staatliche Institutionen, der Durchschnittsbürger oder Gesundheitseinrichtungen werden angegriffen.


Das Bedrohungspotenzial steigt



Die zunehmende Vernetzung von Geräten - das sogenannte Internet of Things - erhöht die Risiken sogar noch. Schon allein deshalb, weil es dadurch immer mehr mögliche Einfallstore gibt. Sicher vor Cyberangriffen ist somit niemand mehr. Treffend beschreibt ein älteres Zitat von Cisco Systems-Vorstandschef John Chambers die Lage: "Es gibt nur zwei Arten von Unternehmen: jene, die gehackt wurden und jene, die es nur noch nicht wissen."

Die Dimensionen des Problems sind enorm. Der Marktforscher Juniper Research beziffert die durch Cyberangriffe verursachten Kosten weltweit bis 2019 auf 2,1 Billionen Dollar. Nach einer Studie der US-Gemeinschaftsorganisation National Cyber Security Alliance müssen 60 Prozent der betroffenen kleinen Unternehmen sechs Monate nach einem Datenleck dichtmachen.

Aufgewacht sind trotzdem noch nicht alle. Das zeigt der vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik erstellte Bericht zur Lage der IT-Sicherheit in Deutschland. In der aktuellen Version ist die Rede davon, dass die Anzahl der Schwachstellen und Verwundbarkeiten in IT-Systemen auf einem hohen Niveau liege. Besonders beängstigend: Einen absolut sicheren Schutz gibt es nicht. Das bestätigen die Internet-Sicherheitsspezialisten von OpenDNS in einer Studie: "In der Praxis können wir unsere virtuellen Wände nie so hoch oder stark bauen, dass sie als Barrikaden ausreichen."

Das sollte keine Ausrede sein, um tatenlos zu bleiben. Doch sieht die Realität anders aus. Laut dem "Global Threat Intelligence Report 2016" von NTT Com Security, einem Spezialisten für Informationssicherheit und Risikomanagement, sind 77 Prozent der befragten Unternehmen und Organisationen auf Cyberangriffe nicht vorbereitet.

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