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Kaffee-Aktien: Koffeinkick im Depot

Kaffee-Aktien: Koffeinkick im Depot

WKN: ISIN: DK0060294858 ISS A/S

29.09.2015 07:40:00

Den Grundstein für die hohen Margen der Kaffeeröster legten einzelne Tüftler in den 70er-Jahren. Weil sie ihrer Zeit voraus waren, machen das große Geschäft ein paar weltweite Konzerne. Wer für die perfekte Crema im Depot sorgt und wer nicht die Bohne wert ist. Von Petra Maier




Mit Blick auf die Erde ziehen sich die Astronauten auf der Internationalen Raumstation ISS über ein Röhrchen den "ISSpresso" von Lavazza rein. Der erste kleine Schwarze, der es ins All geschafft hat. Das italienische Traditionsunternehmen mit Sitz in Turin entwickelte die Maschine und die speziellen Tassen für die Schwerelosigkeit. Die italienische Astronautin Samantha Cristoforetti war begeistert. Der kosmische Kaffee könne in puncto Stärke und Aroma mit jeder italienischen Bar mithalten.

Der ISSpresso-Punkt geht an Lavazza, das mit einem Umsatz von 1,3 Milliarden Euro zu den kleineren Kaffeeröstern weltweit zählt. Nicht den Sprung ins All, dafür den an die Börse hat Massimo Zanetti Beverages Group (MZBG) erfolgreich absolviert, bekannt durch die knallrote Segafredo-Marke und die gleichnamigen Bars.



Gründer Massimo Zanetti kaufte Anfang der 70er den Bologneser Kaffeeröster Segafredo. Signore Segafredo, wie die Italiener den umtriebigen Kaufmann nennen, kann getrost zum Erfinderkreis der Kaffeebarkette gezählt werden. Das Ambiente, die Profimaschinen und Baristas, die ihr Handwerk verstehen, wirkten in den 80er-Jahren auf den späteren Starbucks-Gründer Howard Schulz, als wäre er auf einem anderen Planeten. Ganz Nordamerika trank damals eine schwarze Plörre. Weil er die nie wieder wollte, eröffnete Schulz in Seattle eine Kaffeebar. 1992 ging Starbucks an die Börse, der Rest ist eine Erfolgsgeschichte par excellence.

Zanetti baute sein Kaffeeimperium - mehr als 400 Bars in 50 Ländern, eigene Röstereien und die größte zusammenhängende Kaffeeplantage in Brasilien - privat aus. Vor dem Börsengang wurde das volatile Geschäft mit Rohkaffee allerdings ausgegliedert. Das Listing Anfang Juni sei die Krönung seines Lebenswerks, sagt Signore Segafredo.

MZBG liegt mit 3,5 Millionen verkauften Kaffeesäcken pro Jahr noch hinter Konzernen wie Nestlé, Jacobs Douwe Egberts oder Starbucks. 2014 erzielte MZBG einen Umsatz von 780 Millionen Euro und erwirtschaftete einen Nettogewinn von 13 Millionen Euro. Rund 90 Prozent des Umsatzes erzielt das Unternehmen im Ausland.

Neben den Edelmarken wie Hills Bros., den die Italiener ins Weiße Haus liefern, vertreibt MZBG unter rund zwei Dutzend Marken Kaffee aus Hawaii sowie Espressomaschinen und Kaffeekapseln. Das eingesammelte Kapital von rund 128 Millionen Euro aus dem Börsengang ist das Startkapital für die Aufholjagd zu Starbucks und Co.

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