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Kanada-Aktien: Kommt jetzt ein Börsenaufschwung?

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WKN: A0NJU2 ISIN: CA8672241079 Suncor Energy Inc.

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22.02.2019 - 08:06
31.01.2019 05:30:00

Im Ausland wird er angehimmelt, in der Heimat kritisiert. Premier Justin Trudeau muss sich im Oktober zur Wiederwahl stellen. Vielleicht helfen ihm dabei die solide Konjunktur und ein möglicher Börsenaufschwung. Von Martin Blümel

Für Regierungschef Justin Trudeau wird es in diesem Jahr ernst. Dass der 47-jährige liberale Politiker bei den anstehenden Wahlen im Oktober erneut das Rennen macht, ist keinesfalls sicher. Noch vor einem Jahr schien dies undenkbar. Aber Trudeau hat nach und nach an Zustimmung verloren. Dabei ist die Wirtschaftslage gut: Das Wachstum für das vergangene wie auch das laufende Jahr liegt geschätzt bei 2,1 Prozent. Und die Arbeitslosenquote notiert mit 5,6 Prozent auf dem niedrigsten Stand seit 40 Jahren.



Trudeau hat vielleicht das Problem, dass er es derzeit weder den konservativen noch den liberalen Wählern seines Landes recht machen kann. Im Herbst gelang es ihm zwar, ein neues Freihandelsabkommen mit den USA abzuschließen, allerdings blieben die Strafzölle auf Stahl und Aluminium aus Kanada bestehen - zum Ärger der in Kanada so wichtigen Bergbau- und Schwerindustrie.


Seine Freunde wiederum hat Trudeau verärgert, weil man auf Antrag der USA die Finanzchefin des chinesischen Telekomunternehmens Huawei festnehmen ließ. Seither sind auch die Beziehungen Kanadas zum wichtigen Handelspartner China angespannt.

Trudeau legt sich zudem mit den großen Unternehmen des Landes an. Das vom Energieriesen Enbridge geplante, 1200 Kilometer lange Pipelineprojekt von den Ölsandfeldern Albertas an die Pazifikküste beendete Trudeau im November 2016, auch wegen massiver Proteste von Umweltschützern. Die Pipeline hätte mitten durch den Great Bear Rainforest geführt. In den Städten wird seine Entscheidung überwiegend begrüßt, in Alberta dagegen haben sich sogar politische Freunde seither von ihm abgewandt.

Fünf Zinserhöhungen in Folge



Vielleicht wird ihm außerdem- zu Unrecht - angelastet, dass die kanadische Notenbank, die Bank of Canada, im zurückliegenden Jahr gleich fünfmal die Zinsen erhöhte. Das ist ein Problem, weil die Kanadier nach einem unglaublichen Immobilienboom überdurchschnittlich mit Hypothekenkrediten belastet sind. Immerhin macht die Notenbank jetzt Pause: Anfang des Jahres beließ sie den Satz bei 1,75 Prozent.

Es ist auch eine Krux: Die Kapazitäten der Unternehmen sind fast ausgelastet, die verfügbaren Einkommen steigen. Es gab und gibt Anzeichen einer Überhitzung. Da muss man als Notenbank handeln - ohne aber das Wachstum abzuwürgen. Eine Gratwanderung. Jetzt im Januar hat man wohl gut abgewogen, wie viele zusätzliche Zinserhöhungen die Wirtschaft noch verträgt. Schon als der Internationale Währungsfonds das Land vor einem halben Jahr analysierte, rieten die Experten, nicht zu sehr zu straffen. Immerhin droht ja auch keine Inflationsgefahr.

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