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Kraft Heinz auf Rekordtief: Hat Warren Buffett zu viel für die Aktie gezahlt?

Kraft Heinz auf Rekordtief: Hat Warren Buffett zu viel für die Aktie gezahlt?

WKN: A14TU4 ISIN: US5007541064 The Kraft Heinz Company

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21.08.2019 - 19:44
13.08.2019 04:20:00

Die negativen Nachrichten reißen nicht ab. Der US-Lebensmittelgigant legte zum Halbjahr verheerende Zahlen vor. Die Aktie stürzte auf ein Rekordtief. Wie es jetzt weitergehen könnte. Von Petra Maier

Für Investoren ist es ein Déjà-vu. Der Kurs von Kraft Heinz bricht erneut ein. Im Frühjahr musste der Lebensmittelkonzern hohe Abschreibungen auf seine Marken vornehmen. Die Aktie verlor innerhalb eines Tages zweistellig. Jetzt suchen Investoren erneut das Weite. Nach Bekanntgabe der Halbjahreszahlen stürzte der Kurs binnen eines Handelstages mehr als zehn Prozent auf das Rekordtief von 26,13 Dollar. Damit hat sich der Börsenwert auf Sicht von einem Jahr halbiert.

Der Umsatz ging im ersten Halbjahr zum Vorjahresvergleich um 4,8 Prozent zurück. Der Gewinn hat sich auf 854 Millionen Dollar halbiert. Abschreibungen auf die Marken sowie weitere Belastungen summierten sich in der ersten Jahreshälfte auf eine Milliarde Dollar. Für die größte Unsicherheit sorgen aber die eingeleiteten Bilanzermittlungen der US-Behörden aufgrund der hohen Abschreibungen.

Lange Zeit lautete das Wachstumsrezept: Konkurrenten aufzukaufen und Synergien zu heben. Kraft Heinz selbst ist nach diesem Muster entstanden. 2013 stieg Investmentlegende Warren Buffett über seine Gesellschaft Berkshire Hathaway gemeinsam mit dem brasilianischen Finanzinvestor 3G beim Ketchup-Hersteller Heinz ein. 2015 trieben die Großaktionäre die Fusion mit dem Lebensmittelriesen Kraft voran. Danach wurden Synergien gehoben und der Konzern auf Rendite getrimmt. Doch dabei wurde die Weiterentwicklung der Marken vernachlässigt. Der Trend hin zu gesünderen Nahrungsmitteln ging an Kraft Heinz vorüber. Preissenkungen um den Absatz anzukurbeln belasteten die Gewinnmarge. Anfang des Jahres musste dann der Wert der Marken bereits um 16 Milliarden Dollar berichtigt werden.

Buffett räumte nach dem Megaverlust ein, dass er letztlich für seinen 27-prozentigen Anteil wohl einen zu hohen Preis gezahlt habe. An einen Ausstieg dachte die Investorenlegende aber bisher nicht. Kraft Heinz sei ein "wunderbares Unternehmen", das man wieder auf Kurs bringen muss, sagte Buffett im Frühjahr.

Keine leichte Aufgabe für Miguel Patricio, der seit 1. Juli den Konzern führt. Der Portugiese gilt als Marketingprofi. Als Erstes sollen Marken wie Heinz Ketchup oder der Frischkäse Philadelphia neu belebt werden. Weniger rentable Bereiche könnten verkauft werden, so wie das Käsegeschäft in Kanada. Es sind die ersten Schritte hin zu einer Bereinigung des umfassenden Markenportfolios.

Auch wenn das niedrige Kursniveau verlockend ist, sollten Anleger die den Wert beobachten, erst einmal eine Bodenbildung abwarten. Die Bilanz ist ziemlich strapaziert und sollten den Ermittlungen hohe Strafzahlungen folgen, würde es zu Sammelklagen kommen. Aufgrund der Kursverluste haben Anleger ja Milliarden verloren.

Kursziel: 26 Dollar

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Bildquelle: Arnd Wiegmann/Reuters

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