Zu Corona-Zeiten hatte sich der Kurs dieser Aktie schon einmal mehr als verzehnfacht – dann folgte der heftige Absturz. Doch seit einigen Tagen steigt sie wieder– und jetzt regieren auch die Analysten.
Social Media-Marketing und eine eigene Community – das war der Schlüssel, mit dem Gründerin Deliah Lachance, die damals noch „Fischer“ hieß, ihre Firma Westwing zu einem ernstzunehmenden Verkäufer von Wohnaccessoires und Möbeln machte. Unter den Fittichen von Rocket Internet wurde das Geschäftsmodell dann skaliert. Doch der Börsengang im Jahr 2018 war zunächst ein Flop.
Dann kam die Corona-Pandemie und das „Cocooning“ griff um sich: Mangels Freizeitaktivitäten peppten die Deutschen ihr Zuhause auf – und Westwing konnte sich vor Bestellungen kaum retten. So flog der Kurs von unter fünf auf mehr als 50 Euro im Jahr 2021. Und stürzte 2022 wieder in Regionen um fünf Euro ab.
Seitdem hat sich kaum noch etwas getan – bis jetzt.
Das treibt den Kurs
Im Laufe des Jahres 2025 kamen Gerüchte auf, Großaktionär Rocket Internet wolle Westwing komplett übernehmen. Dazu kam es bisher nicht. Stattdessen kaufte Westwing eigene Aktien zurück und Rocket ließ sich im Dezember von der Börsenaufsicht von der Pflicht zu einem Übernahmeangebot befreien.
Dann kam der 16. Januar 2026. An diesem Tag veröffentlichte Westwing Eckdaten zum vieren Quartal – und überraschte damit alle Beobachter. Dank starker Verkäufe in der Black Week und im Weihnachtsgeschäft ist das Bruttowarenvolumen im Jahressschlussquartal gegenüber dem Vorjahr um neun Prozent auf 163 Millionen Euro gestiegen. Damit dürfte der Umsatz im Gesamtjahr nun rund 449 Millionen Euro erreichen, was einem Plus von einem Prozent gegenüber 2024 entspräche und im oberen Bereich der bisher genannten Zielspanne von 425 bis 455 Millionen Euro liegen würde.
Analysten seher weiteres Potenzial
Seitdem hält sich dort der Kurs – und jetzt ziehen erste Analyten nach. Die Baader Bank erhöhte am Montag ihr Kursziel für Westwing von 14 auf 18 Euro. Das wären noch einmal 25 Prozent Kurspotenzial.
Denn operativ könnte Westwing in 2026 die ersten Früchte eines Kurswechsels ernten: Das Sortiment wurde auf ein kleineres, aber hochwertigeres Angebot umgestellt, was sich offenbar auszahlt. Außerdem wurden im abgelaufenen Jahr zehn weitere europäische Märkte erschlossen und einige stationäre Geschäfte eröffnet, was sich ebenfalls bald in den Zahlen niederschlagen sollte. Dabei liegt der Fokus nicht mehr nur auf Accessoires udn Wohnmöbeln: Mittlerweile hat Westwing auch damit begonnen, eigene Büro- und Kindermöbel zu entwickeln.
Sollte auch dieses Segment funktionieren, wäre beim Aktienkurs vermutlich noch mehr drin.
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