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Liefer-Engpässe nach Hochwasser treffen Stahlfirmen

Liefer-Engpässe nach Hochwasser treffen Stahlfirmen

WKN: 750000 ISIN: DE0007500001 thyssenkrupp AG

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24.09.2021 - 08:00
20.07.2021 15:31:41

Die Stahlkocher von Thyssenkrupp und andere Unternehmen der Branche kämpfen nach den Überflutungen mit Engpässen in der Versorgung und können teils Verpflichtungen gegenüber Abnehmern nicht mehr nachkommen. Thyssenkrupp habe gegenüber seinen Kunden Höhere Gewalt ("Force Majeure") geltend gemacht, teilte Thyssenkrupp Steel am Dienstag mit.

Der Kaltband-Hersteller Bilstein im schwer vom Hochwasser getroffenen nordrhein-westfälischen Hagen musste dies ebenfalls tun. Auch er verzeichnet Engpässe in der Logistik: "Das bereitet uns Kopfschmerzen", sagte eine Sprecherin. Beim Stahl-Riesen ArcelorMittal gibt es einem Sprecher zufolge in der Bundesrepublik einzelne Auswirkungen der Überflutungen in der Logistik - aber keine großen Einschränkungen der Produktion. "Höhere Gewalt" musste der Konzern gegenüber Kunden geltend machen.

Die Hochwasserkatastrophe in Deutschland selbst habe bislang "nur sehr geringe direkte Auswirkungen auf die Standorte von Thyssenkrupp", teilte der Ruhrkonzern weiter mit. Vereinzelt sei es durch das Eindringen von Wasser zu kleineren Schäden gekommen. Durch Beeinträchtigungen der Lieferketten bei einzelnen Zulieferern, Kunden und Logistikpartnern sei Thyssenkrupp jedoch indirekt von den Fluten betroffen. Störungen an Bahnstrecken hätten einzelne Standorte von der Versorgung mit Vormaterial abgeschnitten. Auch der Versand von Gütern zu den Kunden sei getroffen. Thyssenkrupp Steel Europe habe aufgrund dieser Entwicklung "Force Majeure" erklärt. Der Konzern arbeite an alternativen Lösungen.

Von den Fluten sind auch einige Lieferanten des Pharmakonzerns Bayer betroffen. "Unsere Teams beobachten die Situation weiterhin sorgfältig und bieten Unterstützung an, wo dies möglich ist", erklärte der Konzern. Man erwarte aber keine negativen Auswirkungen auf die Lieferfähigkeit Bayers.

UNTERSPÜLTE GLEISE


Bilstein in Hagen erhält normalerweise den Löwenanteil der Vormaterialien für seine Produktion über die Schiene, wie die Sprecherin sagte: "Doch die Gleise sind unterspült". Dies könne in den nächsten Wochen zu massiven Problemen in der Produktion führen. Denn die Versorgung und der Versand per Bahn könne nur bedingt durch Lastwagen aufgefangen werden. An normalen Arbeitstagen gingen rund 1800 Tonnen Stahl an die Kunden - dies werde bei einem anhaltenden Mangel an Vormaterial bald sinken.

Die Bahn rechnet mit einem monatelangen Wiederaufbau der durch die Flut zerstörten Trassen. "Allein sieben Regionalverkehrsstrecken sind so stark von den Wassermassen zerstört, dass die DB sie neu bauen oder umfangreich sanieren muss", teilte der Staatskonzern mit. "Die Reparatur- und Wiederaufbaumaßnahmen werden Wochen und Monate dauern." Insgesamt seien 600 Kilometer Gleise betroffen, hauptsächlich für den Nahverkehr. Die Fernverkehrsstrecken seien überwiegend befahrbar, auch für die Hochgeschwindigkeitstrasse Frankfurt-Köln. Die Lage im Güterverkehr habe sich mittlerweile gebessert: Der wichtige Rangierbahnhof in Hagen arbeite wieder. Vor allem sei die Nord-Süd-Achse entlang des Rheins befahrbar. So könnten Züge zu den Seehäfen nach Rotterdam und Antwerpen abgefertigt werden.

rtr

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