Linde-Aktie bleibt auch nach Fusion mit Praxair im Dax
· Börse Online Redaktion
Linde ist ein Präzedenzfall für die Deutsche Börse. Der Dax soll eigentlich die deutsche Wirtschaft abbilden. Dem deutsch-französischen Flugzeugbauer Airbus hatte die Börse stets die Aufnahme in den Dax verweigert, weil der weitaus größte Teil des Handels in Paris vonstatten geht. Vom Börsenwert her ist Airbus mit 74 Milliarden Euro wertvoller als die meisten der 30 Dax-Werte.
Die fusionierte Linde plc ist rechnerisch gut 80 Milliarden Euro wert. Die vier größten Anteilseigner kommen aus den USA und dürften die Papiere auch in New York kaufen und verkaufen. Doch nach den Regeln der Deutschen Börse kommt es nur auf den Handel innerhalb der EU an. Ein Drittel davon muss auf Sicht von zwölf Monaten auf der Frankfurter Xetra-Plattform über die Bühne gehen, damit sich ein Unternehmen für den Dax qualifiziert. Die Linde AG steuert den größeren Teil des Geschäfts bei, Praxair wirft aber mehr Gewinn ab.
Der Umtausch von Aktien der Linde AG in je 1,54 Papiere der Linde plc wird über das Wochenende vollzogen. Das gilt aber nur für die 92 Prozent der Aktionäre, die ihre Papiere zum Umtausch eingereicht haben. Die acht Prozent Tausch-Unwilligen können ihre Linde-AG-Aktien zunächst weiter an der Frankfurter Börse handeln, sie werden aber bald gegen eine Zwangsabfindung von 188,24 Euro aus dem Unternehmen gedrängt. Die Linde plc lässt sich das rund 2,9 Milliarden Euro kosten. Von Dienstag auf Mittwoch (30./31. Oktober) werden dann auch aus Praxair-Aktien an der New Yorker Börse Anteilsscheine der Linde plc - jeweils im Verhältnis eins zu eins.
Linde und Praxair hatten bis Anfang der Woche um die Fusion bangen müssen, ehe sie im zweiten Anlauf doch klappte. Die US-Wettbewerbsbehörde FTC hatte erst zwei Tage vor dem Ablauf der Frist unter Auflagen grünes Licht gegeben. Linde muss fast sein gesamtes US-Geschäft abgeben, ein Teil davon geht für rund drei Milliarden Euro an ein Gemeinschaftsunternehmen des Rivalen Messer mit dem Finanzinvestor CVC. Praxair verkauft sein ganzes Europa-Geschäft für fünf Milliarden Euro an die japanische Taiyo Nippon Sanso.
rtr
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