Ohne jegliche Nachrichten war die Kontron-Aktie am Donnerstag um bis zu 20 Prozent eingebrochen. Das Unternehmen betont, es gebe keine operativen Probleme. Jetzt kursiert eine neue These, wie es zu dem Abverkauf kam. 

Auch einen Tag nach dem heftigen Kurssturz der Kontron-Aktie (mehr dazu hier) ist noch unklar, was genau die Verkaufswelle ausgelöst hat. Für Stirnrunzeln sorgte, dass das Unternehmen kommende Woche seine Geschäftszahlen veröffentlichen will. Unter Experten kursiert aber nun eine neue These zum Abverkauf:  

Neue These zum Absturz der Kontron-Aktie

Demnach handelte es sich um eine gezielte und geschickt getimte Short-Attacke. Kontron steht nämlich kurz vor der Veröffentlichung seiner Geschäftszahlen, die am 26. März 2026 vorgelegt werden sollen. Das half den Shortsellern gleich auf zwei Arten: Zum einen schürte der Kurssturz Befürchtungen, die Zahlen könnten schlechter ausfallen als erwartet. Das löste zusätzliche Verkäufe zittriger Anleger aus.

Der eigentliche Trigger war jedoch ein anderer: Die Kontron-Aktie wird relativ wenig gehandelt. Das macht sie anfällig für große Orders. Weil aber die Veröffentlichung der Zahlen so kurz bevorsteht, befinden sich alle Insider und Großaktionäre des Unternehmens in der „Quiet Period“ – und dürfen nicht kaufen, um den Kurs zu stützen. Ein ideales Szenario für einen Shortseller, um den Markt mit einer Flut von Verkaufs-Orders zu fluten und so den Kurs zu drücken.

Hinzu kam eine Besonderheit bei den Derivaten rund um die Kontron-Aktie: Auffällig viele Knockout-Calls wiesen eine K.O.-Schwelle um die 20 Euro herum auf. Damit war klar: Sobald der Kurs diese Schwelle durchbricht, werden die Knock-Outer ausgelöst – und der Kurs kracht weiter nach unten. Passenderweise verlief bis gestern bei 20,12 Euro auch das 52-Wochen-Tief der Aktie. Das erhöhte die Chancen, dass viele Anleger in der Nähe einen Stopp-Kurs gesetzt haben könnten – was sich bewahrheitete. Kurz nach der Eröffnung am Donnerstag fiel der Kurs unter 20 Euro – und rutschte danach direkt durch in Regionen um 17,50 Euro. Als die Deutsche Börse um 9.53 Uhr wegen der hohen Volatilität kurzzeitig den Handel mit der Aktie einstellen ließ, stand das Kontron-Papier bei 17,53 Euro.

Dazu passen zwei Meldungen: Mittwochabend meldete Goldman Sachs, dass die Investmentbank ihren Anteil von Kontron von 4,99 auf 5,01 Prozent ausgebaut hatte. Klingt nicht viel. Doch Goldman meldet auch, dass 3,21 Prozent davon oder 2.047.038 Aktien verliehen worden seien – womöglich an den oder die Short-Seller. 

Nicht die einzige Manipulation

Womöglich könnte es angesichts dieser Tatsachen also zu einer klaren Form der Marktmanipulation bei der Aktie von Kontron gekommen sein. Ein Fall, der unter Umständen auch für die Finanzaufsicht BaFin relevant sein könnte.

Bisher handelt es sich allerdings noch um Vermutungen und ein möglicher Verursacher des Absturzes ist nicht bekannt. Tatsächlich ist Kontron aber aktuell nicht der einzige Wert an der Börse, der möglicherweise manipuliert wird oder wurde.

Mehr dazu erfahren Sie in diesem Artikel: Werden Anleger jetzt bei Silber abgezockt? Diese berüchtigte US-Bank könnte dahinter stecken

Für Anleger, die angesichts des Kurssturzes bei der illiquiden Aktie jetzt übrigens auf größer kapitalisierte, solide Titel setzen wollen, lohnt sich ein Blick auf den BÖRSE ONLINE Stabile Werte Index

Kontron (WKN: A0X9EJ)

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Häufig gestellte Fragen

Warum ist die Aktie von Kontron so stark eingebrochen?

Noch gibt es keine bestätigten Berichte, doch Gerüchte legen eine Short-Attacke nahe, die gehebelte Investoren aus dem Markt drängen sollten.

Was macht Kontron?

Kontron ist ein weltweit führender Anbieter von intelligenten IoT-Lösungen.

Wie viel Umsatz macht Kontron?

Kontron hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 1,7 Milliarden Euro erwirtschaftet. 

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