LEGENDÄRE INVESTOREN

Max Otte: Die Einsamkeit des Langstreckeninvestors

Max Otte: Die Einsamkeit des Langstreckeninvestors

WKN: ISIN: AU000000GVF5 Global Value Fund Ltd

21.12.2016 13:10:00

Der Börsenprofessor mimt den politisch Unkorrekten und kriegt dafür von den Medien eins auf die Mütze. Anpassen will er sich nicht. Von Jens Castner

Er wettert gegen die "Fehlkonstruktion Euro" und gegen die Macht der US-Konzerne, in die er investiert. Einerseits bezeichnet er seine Weltanschauung als "preußisch-konservativ", anderseits sucht er die Nähe zur Linken-Ikone Sahra Wagenknecht. In der Syrien-Frage gibt er den Putin-Versteher. Er organisiert Protestveranstaltungen gegen die schleichende Abschaffung des Bargelds und gratuliert den Briten zum EU-Austritt.



Die Quittung für das Querdenker-Image, das er beinahe pedantisch pflegt, hat Max Otte gerade bekommen. Einst omnipräsent in TV-Expertenrunden, wird er nur noch selten eingeladen. Die Medien fallen über ihn her, weil seine Fonds dem Markt hinterherhinken. Angeblich.


Auf den ersten Blick ist der Fall klar: Bis dato kaum bekannter Professor landet einen Glückstreffer, wird zum Vorzeigebörsianer des Landes, nutzt seine Popularität, um einen neuen Fonds aufzulegen - und scheitert kläglich. So war das sinngemäß seit Mitte des Jahres in verschiedenen durchaus renommierten Medien nachzulesen, etwa im "Handelsblatt", der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" oder auf "Spiegel Online".

Die Langversion der Geschichte ist etwas komplexer. Zu einer Art Börsenlegende wurde Max Otte, zwei Jahre nachdem im Herbst 2006 sein Buch "Der Crash kommt" erschienen war. Darin warnte er vor den Gefahren eines weitgehend auf Pump finanzierten Wirtschaftssystems, vor der Immobilienblase in den USA, vor unkontrollierbaren Kreditderivaten.

Der Crash kam 2008. Otte wollte nie Crash-Prophet sein, wurde aber als solcher förmlich durch die Talkshows gezerrt, hielt bis zu 100 Vorträge im Jahr, ließ seine Lehrtätigkeit weitgehend ruhen, widmete sich der Expansion seiner Firma in Köln, beteiligte sich an einer Vermögensverwaltung. Nicht alle Kooperationen funktionierten, manche endeten vor Gericht. Ein einfacher Charakter war er nie.

Matthias Otte, heute 52 Jahre alt, wuchs in Plettenberg im Sauerland auf. Nach dem Tod seines Vaters, eines Berufsschullehrers und CDU-Kommunalpolitikers, nahm er dessen Vornamen Max an. Nach seinem Studium der Volkswirtschaft promovierte er an der US-Eliteuni Princeton, wo er unter anderem in den Genuss von Vorlesungen der Notenbankchefs Paul Volcker und Ben Bernanke kam. Als Professor lehrte er in Worms, Würzburg und bis vor Kurzem in Graz.

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Bildquelle: Oliver Schmauch für Börse Online

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