Rekordgewinn, steigende Marge, optimistischer Ausblick: Dieser Dax-Konzern lieferte starke Zahlen – warum reagiert der Markt trotzdem so verhalten?
Während Teile des Bausektors weiter mit Gegenwind kämpfen, laufen dei Geschäfte bei Heidelberg Materials blendend. Der DAX-Konzern hat 2025 ein Rekordergebnis erzielt und peilt für 2026 weiteres Wachstum an. Trotzdem hebt die Aktie (noch) nicht ab. Anleger achten auf eine wichtige Unterstützungslinie für den Kurs - und charttechnische Widerstände.
Heidelberg Materials: Rekordergebnis dank Kostendisziplin
Heidelberg Materials steigerte den Umsatz 2025 leicht auf 21,5 Milliarden Euro (Vorjahr: 21,2 Milliarden). Entscheidender ist jedoch die Profitabilität: Das Ergebnis des laufenden Geschäftsbetriebs (RCO) kletterte um sechs Prozent auf einen neuen Rekordwert von 3,4 Milliarden Euro. Die RCOBD-Marge (damit misst Heidelberg das Ergebnis aus laufender Geschäftstätigkeit vor Abschreibungen und Amortisationen) verbesserte sich auf 21,8 Prozent nach 21,3 Prozent im Vorjahr.
Auch unter dem Strich legte der Konzern zu. Das bereinigte Ergebnis je Aktie stieg auf 12,41 Euro (plus vier Prozent), die Kapitalrendite (ROIC) erreichte 10,4 Prozent. Der freie Cashflow lag mit 2,1 Milliarden Euro weiter auf hohem Niveau. Kostensenkungen aus der „Transformation Accelerator“-Initiative summierten sich 2025 bereits auf 380 Millionen Euro, was äußerst Analysten als äußerst erfreulich bezeichnen.
Außerdem will der Dax-Konzern sein Aktienrückkaufprogramm fortführen: Die dritte Tranche soll im zweiten Quartal starten. Heidelberg Materials will bis Ende 2026 Aktien für insgesamt 1,2 Milliarden zurückkaufen. Dieser Rückkauf wird in drei Tranchen aufgeteilt. Da in der ersten abgeschlossenen Tranche Aktien im Wert von 450 Millionen Euro erworben wurden, können Anleger davon ausgehen, dass die zweite Tranche in ähnlicher Größenordnung liegen dürfte.
Dekarbonisierung und Portfolioausbau
Operativ setzt Heidelberg Materials verstärkt auf CO₂-Reduktion in der Herstellung seiner Produkte - ergo: Zement - und margenstarke Märkte. Die spezifischen Netto-CO₂-Emissionen sanken um drei Prozent auf 512 kg je Tonne zementartigen Materials. Mit dem neuen Baustoff der Marke evoZero wurde nach Unternehmensangaben erstmals ein nahezu CO₂-neutraler Zement in Europa ausgeliefert. Zudem schreiten CCS-Großprojekte in Brevik und Padeswood voran, wo Heidelberg Materials zusammen mit Partnern erprobt, wie sich CO₂-Emissioen mittel der Carbon Capture Technik (CCS) einfangen und unter der Erde oder unter dem Meeresboden einlagern lassen.
Parallel dazu stärkt der Konzern seine Präsenz in Nordamerika und Australien. Jüngst hat Heidelberg Materials die Übernahme des Baustoffgeschäfts der Maas Group in Australien für rund eine Milliarde Euro vereinbart, was das Wachstum in dieser Region beschleunigen soll.
Aktie fundamental und charttechnisch unter Beobachtung
Für 2026 stellt Heidelberg Materials ein Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (RCO) zwischen 3,40 und 3,75 Milliarden Euro in Aussicht. Die Kapitalrendite soll über zehn Prozent bleiben. Trotz dieser ambitionierten Ziele reagierte die Aktie nach den Zahlen zunächst schwächer. Die Anleger richten ihren Blick verstärkt auf die Frage, wie nachhaltig die Nachfrageerholung im Bau ausfallen wird. Entscheidend dürfte dabi sein, ob sich die erwartete Entwicklung in den Kernmärkten tatsächlich bestätigt und das Unternehmen seine Profitabilität tatsächlich auf dem im Branchenvergleich hohen Niveau halten kann.
Wichtig für Aktionäre ist auch, dass die Aktie von Heidelberg Materials die derzeit knapp unter dem aktuellen Kurs liegende 50-Wochen-Linie bei 193,47 Euro verteidigen kann. Damit die Fahrt nach oben wieder richtig beginnen kann, muss das Papier erst noch die 200-Tage-Linie (derzeit bei 199,51 Euro), die 100-Tage-Linie (momentan bei 212,30 Euro) und die fast auf gleicher Höhe auszumachende 50-Tage-Linie (aktuell bei 214,80 Euro) überwinden. Es gibt also aus Anlegersicht im Chart noch mindestens drei Stolpersteine für diesen DAX-Titel.
Das sagen die Analysten zu Heidelberg Materials
In ersten Analystenkommentaren nach der Bekanntgabe der neuen Geschäftszahlen am Mittwoch bestätigten UBS, Goldman Sach und Barclays ihre bisherigen Kaufempfehlungen für dei Aktie. Aich in den vergangenen drei Monaten waren die Analysten grundsätzlich bullisch gestimmt:
Die Konsensempfehlung für die Heidelberg Materials-Aktie (ISIN: DE0006047004) lautete «Kaufen» mit einem Kursziel für die nächsten zwölf Monate von 250 Euro (tiefste Schätzung: 172 Euro, höchste Schätzung: 300 Euro). Ausgehend vom aktuellen Kurs der Heidelberg Materials-Aktie von 196 Euro beträgt das Kurspotential zum Konsenskursziel somit starke 53 Prozent. Hinzu tritt (wie beispielsweise auch bei der Wienerberger AG, ISIN: AT0000831706) die Wiederaufbaufantasie im Osten, sofern es endlich doch noch zu einem Friedensdeal in der Ukraine kommen sollte.
Anleger, die nicht auf Einzelaktien setzen wollen, werden vermutlich mit dem «Aktien für die Ewigkeit Index» glücklicher.
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