Der Spezialist für Medizin- und Sicherheitstechnik erzielt einen neuen Rekordumsatz. Ein bislang noch kleiner Geschäftsbereich verspricht besonderes Potenzial.
Respekt vor der Gefahr ist wichtig, Angst darf man aber nicht haben: Feuerwehrleute begeben sich in Extremsituationen. Gefährlicher als die Flammen eines Großbrands ist für Rettungskräfte oft der Rauch. Atemschutz gehört darum zum wichtigsten Teil der Ausrüstung der Feuerwehr. Ein Spezialist auf diesem Gebiet ist Drägerwerk.
Die Lübecker liefern Sicherheitstechnik. Nicht nur für Feuerwehr und Industrie, sondern auch für den Verteidigungssektor. Dort hat das Geschäft eine neue Dynamik bekommen: Im Bereich Verteidigung setzte Drägerwerk im vergangenen Jahr 100 Millionen Euro um. Bis 2028 sollen es 300 Millionen werden. Das würde dann wohl rund siebeneinhalb Prozent des Konzernumsatzes entsprechen. Zum Produktportfolio im Verteidigungssektor gehören ABC-Schutzmasken für Soldaten, aber auch Spezialprodukte wie Filter für Fahrzeugbelüftungen.
Das Verteidigungsgeschäft dürfte etwas größer sein als ausgewiesen, weil Drägerwerk Umsätze im medizinischen Bereich in der Sparte Medizintechnik verrechnet, die mit einem Umsatzanteil von 57 Prozent die wichtigste im Konzern ist. Das Geschäft ist dort im vergangenen Jahr insbesondere durch die Nachfrage nach Anästhesie- und Beatmungsgeräten, aber auch Dienstleistungen und Verbrauchsmaterialien überproportional um fünf Prozent gestiegen. Die Sicherheitstechnik legte um einen Prozentpunkt zu.
Rekordumsatz
Insgesamt erzielte das im TechDAX notierte Unternehmen mit fast 3,5 Milliarden Euro einen neuen Rekordumsatz. Damit übertraf Drägerwerk erstmals den Wert des Coronajahres 2020, als die Medizintechnik von einer außergewöhnlichen Nachfrage profitierte. Der auf die Aktionäre entfallene Nettogewinn stieg im vergangenen Jahr um zwölf Prozent auf knapp 140 Millionen Euro.
Für das neue Jahr erwartet der Konzern eine weitere Verbesserung der Kennziffern: Der Umsatz soll dank der guten Auftragslage um bis zu fünf Prozent steigen. Fünf bis 7,5 Prozent des Umsatzes sollen als operativer Gewinn herausspringen. Der Analystenkonsens kalkuliert mit einem Umsatzwachstum von rund dreieinhalb Prozent und einer Ebit-Marge von 6,3 Prozent. Damit ist der obere Bereich der Prognosespanne noch nicht eingepreist. Keinen negativen Einfluss auf das Geschäft erwartet der Konzern durch den Krieg im Nahen Osten, auch nicht in den Lieferketten. Drägerwerk erzielt den größten Teil des Umsatzes in Europa.
Als Dividende sollen nach der für den 8. Mai angesetzten Hauptversammlung für die Stammaktien jeweils 2,21 Euro ausgeschüttet werden, für die Vorzüge 2,27 Euro. Die Ausschüttungsquote liegt knapp über 30 Prozent, also auf einem verbesserungsfähigen Niveau.
Fazit
Die Aktie von Drägerwerk ist trotz der positiven Kursentwicklung mit einem KGV von 10,5 moderat bewertet. Die Redaktion bevorzugt die Stammaktie, deren Kurs niedriger liegt als der der Vorzüge, und zieht den Stoppkurs nach.
Dieser Artikel stammt aus BÖRSE ONLINE 15/2026
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