Goldman Sachs steigert Gewinn und Ergebnis je Aktie, enttäuscht aber im Handel mit Anleihen und Währungen. Das weckt Sorgen um die Deutsche Bank, denn genau dort liegt ihr größter Gewinn-Hebel. Zudem ist die charttechnische Lage der DAX-Aktie herausfordernd.
Der Auftakt der US-Berichtssaison liefert für die Deutsche Bank keinen klaren Rückenwind. Goldman Sachs verdiente im ersten Quartal 5,4 Milliarden Dollar nach Steuern, steigerte den Gewinn um 18 Prozent und schlug mit 17,55 Dollar je Aktie die Erwartungen. Im FICC-Handel (also dem Geschäft mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen) riss die US-Bank jedoch die Prognosen. Das ist ein kleines Alarmsignal für Deutsche Bank-Aktionäre.
US-Signal kippt Deutsche Bank-Hoffnungen
Im Handel mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen sanken die Erträge bei Goldman um zehn Prozent auf 4,01 Milliarden Dollar. Der Markt hatte hier ein Plus erwartet. Stark liefen dagegen Aktienhandel und Investmentbanking.
Für die Frankfurter Bank lässt das nichts Gutes erwarten. Denn die Deutsche Bank erzielt rund ein Viertel ihrer Konzernerträge im Geschäft mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen. Das Management deutete bereits an, dass auch bei ihr FICC im ersten Quartal leicht unter dem sehr starken Vorjahreswert liegen dürfte. Auf Konzernebene erwartet die Bank jedoch in etwa stabile Erlöse.
Charttechnische Lage der Deutschen Bank-Aktie
Anleger sollten also vorsichtig sein - zumal auch die charttechnische Lage der Deutschen Bank-Aktie derzeit ziemlich spannend ist. Zwischen Dezember 2025 und Februar 2026 hat die Aktie ein sogenanntes „rounded top“ (rote Markierung in der nachfolgenden Darstellung) ausgebildet, damit den primären Aufwärtstrend (vorerst) beendet und eine Abwärtsbewegung eingeleitet.
Anleger haben nun einiges zu beachten:
Die aktuell bei knapp 27,50 Euro notierende Aktie hat mit den 50-, 100- und 200-Tage-Linien sowie der 50-Wochen-Linie gleich vier heikle Widerstände auf einmal vor sich, die momentan bei 27,71 Euro, 27,94 Euro, 28,41 Euro, respektive 29,02 Euro liegen (vgl. nachfolgende Grafik).
Gleichzeitig sollten sich investierte Anleger der charttechnischen Unterstützungen bei rund 26 Euro (türkis farbige Linie in der untenstehenden Darstellung), 23,60 Euro (blaue Linie) und 20 Euro (orange Linie) bewusst sein. Dies gilt insbesondere, da die technischen Indikatoren MACD, RSI und Stochastik in mittelfristiger Hinsicht nicht berauschend aussehen, um es vorsichtig auszudrücken.
Fazit
Würde die obige Gemengelage nicht die Deutsche Bank-Aktie (ISIN: DE0005140008) betreffen, sondern die der Lufthansa, wäre das passende Schlusswort wohl: Anleger sollten weiterhin angeschnallt bleiben und mit deutlichen Turbulenzen sowie - womöglich - einer harten Landung rechnen.
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Häufige Fragen zur Deutschen Bank-Aktie:
Gehört die Deutsche Bank zu den regelmäßigen Dividendenzahlerinnen?
Seit 2021 hat die Bank stets Dividenden an ihre Aktionäre ausgeschüttet. Beim aktuellen Kurs von rund 27,50 Euro beträgt die Dividendenrendite derzeit jedoch nur 2,45 Prozent.
Was sagen die Analysten zu diesem DAX-Titel?
Die Analysten zeigen derzeit wenig Begeisterung für die Deutsche-Bank-Aktie: Das Konsensvotum lautet "neutral" mit einem Kursziel von 34 Euro.
Wie hoch ist aktuell das KGV der Deutschen Bank-Aktie?
Dieses beträgt momentan 8,5.
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