Dieses Unternehmen ist ein wichtiger Zulieferer der Landwirtschaft. Die Nachfrage dürfte langfristig steigen, die Aktie ist günstig.

Die Menschheit steht vor einer großen Herausforderung: Bei einer durch Klimawandel schrumpfenden Agrarfläche müssen immer mehr Menschen ernährt werden. Die Produktivität in der Landwirtschaft muss also steigen. 

Das bietet dem im SDAX notierten Unternehmen KWS Saat Chancen. 

Nebenwert mit großen Chancen

Die Niedersachsen entwickeln Saatgut für den Anbau von Zuckerrüben, Mais, Getreide und Gemüse. Die Produkte versprechen Landwirten handfesten Mehrwert: Maßgeschneiderte Sorten sind an regionale Bedürfnisse wie die Bodenverhältnisse angepasst, brauchen weniger Wasser oder auch weniger Düngemittel. 

„Durch zielgerichtete Züchtung von Resistenzen, zum Beispiel gegen Pilze oder Viren, kann zudem der Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft deutlich reduziert werden“, betont KWS. 

Die Züchtung von Saatgut ist ein komplexer und auch langwieriger Prozess, der durchschnittlich acht bis zehn Jahre in Anspruch nimmt. Um die Marktstellung gegen große Konkurrenten wie Bayer und Corteva zu behaupten, steckt KWS jedes Jahr rund 20 Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung. Ein wichtiger Bereich ist Genome Editing, also die gezielte Veränderung des Erbguts. Dadurch kann die Züchtung beschleunigt und präzisiert werden. Auch die Hybridisierung, also das Kreuzen zweier verschiedener Arten, bietet die Chance, die Erträge der Landwirtschaft zu steigern. 

Gesunde Finanzen 

Der Vorstand strebt ein organisches Umsatzwachstum von durchschnittlich drei bis fünf Prozent an. Damit würde KWS stärker zulegen als der Gesamtmarkt. Die Ebitda-Marge soll bei 19 bis 21 Prozent liegen. 25 bis 30 Prozent des Gewinns sollen als Dividende ausgeschüttet werden. 

Ein auch aus Sicht der Aktienmärkte wichtiger Schritt war die regionale Neuausrichtung im Mais-Geschäft. KWS hat in diesem Bereich seine Geschäfte in China, Süd- und Nordamerika verkauft. Der Umsatz der Sparte ist dadurch deutlich geschrumpft, die operative Marge aber gestiegen. Durch die Verkaufserlöse konnte KWS seine Finanzen beträchtlich verbessern. Die Nettoverschuldung ist über die vergangenen zwei Jahre deutlich gesunken. Ohne größere Sonderausgaben, etwa für Übernahmen, könnte KWS bald schuldenfrei sein. 

Die Agrarbranche befindet sich in einer schwierigen Phase. „Niedrige Preise für Agrarrohstoffe führen weiterhin zu Unsicherheiten bei den Anbauentscheidungen unserer Kunden“, erklärte KWS zum jüngsten Quartalsbericht. Das Umsatzwachstum dürfte darum vorerst wohl am unteren Ende des Zielkorridors liegen. Das bietet die Chance, die Aktie zu günstigen Bewertungskennziffern einzukaufen. Die Redaktion sieht bei KWS langfristig klares Kurspotenzial.

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