Die USA setzen ein iranisches Frachtschiff fest, der Iran sagt daraufhin weitere Gespräche ab – und die Börsen preisen wieder einen längeren Krieg am Golf ein. Wo Ölpreis, Gold und der DAX am Montag stehen.
So steht der DAX (Realtime-Indikation) +++ So steht der MDAX+++ So notiert Brent-Öl +++ So notiert die Feinunze Gold
Dax büßt zum Handelsstart 1,3 Prozent ein
9:04 Uhr: Der Deutsche Aktienindex DAX hat den Handel am Montag mit deutlichen Verlusten eröffnet. Die Erstnotiz lag bei 24.385 Punkten und damit rund 1,3 Prozent unter dem Schlusstand vom Freitag (24.702 Punkte). Positive Kursaufschläge verzeichnen die Akten von RWE (+1,5 Prozent), E.on (+0,9 Prizent) und Brenntag (+ 0,7 Prozent). Größter Verlierer sind aktuell die Titel von Siemens Energy mit einem Minus von 2,8 Prozent vor der Deutschen Bank (minus 2,7 Prozent). Auch die Aktien von SAP verlieren 2,1 Prozent. Die Walldorfer werden am Donnerstagabend nach Börsenschluss in den USA ihre Zahlen für das erste Quartal bekanntgeben.
Im MDAX liegen die Aktien von Lanxess mit einem Plus von 2,4 Prozent an der Spitze vor Nordex (+1,23 Prozent). Größte Verlierer sind die Titel der Lufthansa (minus 3,79 Prozent) und TUI (minus 3,37 Prozent).
8:54 Uhr: Der Preis für europäisches Erdgas ist am Montag nach einer Rücknahme der Öffnung der Straße von Hormus durch den Iran deutlich gestiegen. An der Börse in Amsterdam legte die Notierung für den richtungweisenden Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat um fast sechs Prozent auf 41,02 Euro je Megawattstunde (MWh) zu.
Der Iran-Krieg und die faktische Blockade der wichtigen Handelsrouten von den Fördergebieten am Persischen Golf durch die Straße von Hormus hatte den Gaspreis im März zeitweise auf 74 Euro je Megawattstunde getrieben. Vor dem Beginn des Iran-Kriegs lag der Preis bei etwa 31 Euro.
7:55 Uhr: „Alles, was die Börsen am Freitag gefeiert haben, ist aktuell wieder hinfällig“, schrieb Marktexperte Thomas Altmann von QC Partners. „Die Situation in der Straße von Hormus bleibt unübersichtlich. Zudem ist zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt nicht klar, wann die USA und der Iran wieder miteinander reden werden.“ Die Phase der Unsicherheit gehe in die Verlängerung. Die Normalisierung der Energiemärkte werde noch weiter nach hinten verschoben.
Die neuen Spannungen rund um die Öffnung der Meerenge im Persischen Golfdrohten die Schwankungsintensität zu Beginn der neuen Woche abermals zu erhöhen, warnt auch Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst Consorsbank. „Anleger sehen eine erneute Schließung der Straße von Hormus als Teil der Verhandlungen, und niemand rechnet damit, dass diese ohne Wendungen und Rückschläge auskommen werden.“ Solange jedoch der Iran auf Schiffe feuere und das ungewisse Fristende des Waffenstillstands näher rücke, wird die Nervosität auf dem Parkett nicht weiter abnehmen.
Im Laufe der Woche wird außerdem die Quartalssaison Fahrt aufnehmen: Am Dienstag informiert der Konsumgüterkonzern Beiersdorf über seine Umsatzentwicklung, tags darauf folgt der Zwischenbericht des Onlinebrokers Flatexdegiro. Aus den USA veröffentlichen unter anderem der Airbus -Rivale Boeing und nach Börsenschluss in New York der Elektroautobauer Tesla Geschäftszahlen. Am Donnerstag folgen dann der Labor- und Pharmazulieferer Sartorius, der Scheinwerferhersteller Hella, der Bahntechnikkonzern Vossloh bevor dann am späten Donnerstagabend nach US-Handelsschluss der Softwarehersteller SAP seine mit Spannung erwarteten Zahlen vorlegen wird. Den deutschen Zahlenreigen dieser Woche beschließt am Freitag Atoss Software.
Am Dienstag stehen außerdem die ZEW-Konjunkturerwartungen an, am Donnerstag dann Einkaufsmanagerdaten von S&P Global und am Freitag das Ifo-Geschäftsklima.
Gold und Silber steigen
7:48 Uhr: Der Goldpreis legt am Montag leicht zu auf 4794 Dollar, ein Plus von 0,84 Prozent. Silber steigt um ein Prozent udn notiert nun knapp unter 80 Dollar je Feinunze.
DAX deutlich schwächer erwartet
7:31 Uhr: Die Indikation von Lang & Schwarz deutet auf einen DAX-Start rund 1,4 Prozent im Minus bei etwa 24.360 Punkten hin. Am Freitag hatte der DAX den Xetra-Handel noch bei 24.702 Punkten beendet, nachdem Hoffnungen auf eine Öffnung der Straße von Hormus eine Rally an den Weltbörsen ausgelöst hatten. Diese Hoffnung habe sich am Wochenende jedoch nicht bestätigt.
Zu den frühen Gewinnern zählen laut den ersten Kursen bei Lang & Schwarz vor allem Werte, die als vergleichsweise wenig vom Ölpreis abhängig gelten, darunter:
• Deutsche Telekom: +0,34 %
• E.on: +0,58 %
• Beiersdorf: +0,25 %
Überraschend liegt auch BASF im frühen außerbörslichen Handel 0,4 Prozent im Plus. Der Chemiekonzern könnte von Berichten profitieren, wonach die EU Kommission einer Senkung des Industriestrompreises in Deutschland zustimmen könnte.
Vor dem Hintergrund der neuen Spannungen zog der Ölpreis am Sonntag und Montag deutlich an. Ein Barrel Brent (Lieferung Juni) war am Montag zeitweise fast 7 Prozent teurer als am Freitag und notierte zuletzt bei 95,41 US Dollar. Auch WTI legte kräftig zu. Zum Kriegsbeginn Ende Februar hatte Brent noch unter 70 Dollar gelegen.
Die asiatischen Börsen holten am Montag einen Teil des Kursaufschwungs vom Freitagnachmittag (deutscher Zeit) nach – allerdings nicht vollständig:
• Nikkei (Tokio): +0,78 %
• Hang Seng (Hongkong): +0,83 %
• Kospi (Südkorea): +1,02 %
Gleichzeitig fielen am Morgen die Futures auf den US Index S&P 500 um 0,5 Prozent.
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