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Nike: Härtetest für Adidas-Konkurrent steht an

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03.04.2020 - 19:51
25.03.2020 06:15:08

Nach US-Börsenschluss wird der Sportartikelhersteller Nike seinen Unternehmenszahlen für das dritte Quartal veröffentlichen. Hierzulande dürften sich für diesen Termin auch die Aktionäre von Adidas und Puma stark interessieren. Von Jörg Bernhard

Wie viele andere Branchen auch, leiden die Sportartikelhersteller in der ganzen Welt unter den Belastungen durch das Herunterfahren des gesellschaftlichen Lebens aufgrund der weltweit zu beobachtenden Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Problem Nummer Eins: Viele Nike-Filialen mussten geschlossen werden bzw. leiden unter einem massiven Kundenschwund. Kein Wunder, in Zeiten existenzieller Nöte steht das neue Paar Laufschuhe oder neue Sportkleidung sicherlich nicht ganz oben auf der Kaufliste verunsicherter Sportfans. Problem Nummer 2: Die Absage nationaler und internationaler Sportveranstaltungen führte zu einer deutlich geringeren Medienpräsenz der Marke Nike - getreu dem Motto: Aus den Augen, aus dem Sinn. Und auch das Schließen unzähliger Sportplätze und Fitness-Studios dürfte dem Geschäft von Sportartikelherstellern alles andere als zuträglich sein. Am Abend wird das Nike-Management aktuelle Zahlen zum Geschäftsverlauf in Q3 2019/2020 informieren und möglicherweise seinen Geschäftsausblick revidieren.

Analysten sind in den vergangenen drei Monaten bezüglich der Gewinnaussichten von Nike (Quelle: FactSet Research) bereits deutlich skeptischer geworden. Innerhalb dieses Zeitraums sank zum Beispiel die Konsensschätzung für den Gewinn pro Aktie von 0,70 auf 0,59 Dollar pro Aktie, was einem Rückgang in Höhe von über 15 Prozent entspricht. Für Q4 war sogar ein Minus von 0,78 auf 0,42 Dollar pro Aktie (-46,2 Prozent) registriert worden. Interessant dabei: Die Schere sämtlicher Schätzungen ist mittlerweile deutlich auseinander gegangen. Für das derzeit laufende vierte Quartal weist die pessimistischste Prognose sogar einen Verlust aus.

Grundsätzlich herrscht in der Analystenzunft aber trotz der Corona-Krise weiterhin ein stark ausgeprägter Optimismus. Unter den insgesamt 31 Ratings finden sich aktuell 22 Kaufempfehlungen ("Buy"), während dreimal zum Übergewichten ("Overweight") geraten wird. Sechs Aktienexperten stufen den Titel als "haltenswert" ein, während skeptische Analystenstimmen ganz klar Mangelware sind. Lediglich einmal wird zum Verkauf ("Sell") der Aktie geraten. Damit hat sich die Stimmung der Analysten in den vergangenen drei Monaten sogar leicht verbessert. Die Bandbreite der ausgesprochenen Kursziele fällt jedoch recht üppig, schließlich schwanken diese zwischen 72 bis 150 Dollar und weisen derzeit einen Mittelwert von 96,35 Dollar aus (aktuell: 62,80 Dollar).

Charttechnik: Tiefster Stand seit über zwei Jahren


Seit dem Mitte Februar markierten Rekordhoch von knapp 105 Dollar stürzte die Nike-Aktie in der Spitze um rund 40 Prozent ab und entwickelte sich damit ähnlich schwach wie der Dow-Jones-Index. Gegenwärtig notiert der Titel auf dem niedrigsten Stand seit über zwei Jahren. Anfang März wurde der seit Herbst 2017 intakte Aufwärtstrend massiv verletzt. In den vergangenen Tagen befindet sich die Aktie auf Tuchfühlung mit der im Bereich von 65 Dollar angesiedelten Unterstützungszone. Im Falle eines Unterschreitens befänden sich die nächsten potenzielle Haltezonen bei 55 bzw. 50 Dollar. Aus charttechnischer Sicht sehen die aktuellen Perspektiven nicht gerade vielversprechend aus. Durch den Rückschlag um über 20 Prozent wechselte der Titel innerhalb kürzester Zeit von einem Bullen- in einen Bärenmarkt. Mit dem Drehen der langfristigen 200 Tage-Linie nach unten wurde zudem ein klares Trendwechselsignal ausgelöst. Ein bisschen Hoffnung macht lediglich der Timingindikator Relative-Stärke-Index, der zuletzt auf 25 Prozent abgestürzt ist. Sollte er die Hürde von 30 Prozent überwinden, wäre dies in der Chartlehre als Kaufsignal zu werten. In den vergangenen Jahren erwiesen sich solche Ereignisse zwar häufig als guter Einstiegszeitpunkt, doch aktuell herrscht an den Finanzmärkten eine völlig andere Stimmung, wodurch das Risiko von "Bullenfallen" signifikant gestiegen ist.


Bildquelle: Denis Balibouse/Reuters

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