OfficeFirst: Immobilienkonzern verschiebt Börsengang
· Börse Online Redaktion
Mit bis zu 888 Millionen Euro wäre OfficeFirst der zweitgrößte Börsengang des Jahres in Deutschland gewesen, nach der RWE -Ökostromtochter Innogy. Das Unternehmen mit knapp 100 Büro- und Gewerbeimmobilien in ganz Deutschland wäre damit mit bis zu 1,8 Milliarden Euro bewertet worden. Den Investoren war das offenbar zu viel. Auch nach gut einer Woche reichten die Zeichnungsaufträge nicht aus, um die Bücher wenigstens einmal zu füllen. Die Preisspanne von 21 bis 23 Euro sei zu ambitioniert gewesen, sagte ein Investmentbanker. Auf eine Senkung der Spanne wollten sich die IVG-Eigentümer - rund 30 Hedgefonds - aber nicht einlassen. Sie zogen am Montagabend die Reißleine, obwohl die begleitenden Banken empfahlen, noch zu warten. Organisiert wurde die Emission von den Investmentbanken Goldman Sachs und Deutsche Bank.
OfficeFirst hatte 335 Millionen Euro aus dem Börsengang eigentlich dafür eingeplant, einen Teil seiner 1,9 Milliarden Euro Schulden zu tilgen. "OfficeFirst ist durchfinanziert, die nötige Flexibilität ist da", betonte der Firmensprecher. Die kurzfristig ausgerichteten Hedgefonds hatten auf den Börsengang gedrängt, um ihr finanzielles Engagement in die IVG möglichst schnell wieder zu Geld zu machen. Sie waren zu unterschiedlichen Konditionen eingestiegen, einigen von ihnen drohen nun Verluste. "Man braucht jetzt erst einmal Zeit, sich zu sortieren", sagte ein Insider.
Ein Vorbild könnte sich OfficeFirst am Wohnimmobilienkonzern Deutsche Annington nehmen. Der hatte 2013 seinen Börsengang abgeblasen - und ihn wenige Tage später deutlich verkleinert mit einer Blitz-Platzierung in nur zwei Tagen wieder aufgenommen. Zwei Jahre später stieg die heutige Vonovia in den Dax auf. OfficeFirst könnte mit dem vorliegenden Börsenprospekt noch bis Mitte November an die Börse gehen. Von einer Emission rund um die US-Präsidentenwahl am 8. November raten Investmentbanker aber ab.
rtr
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