PTR-Diversified Alpha P €: Mischfonds ade?
· Börse Online Redaktion
Alles in allem ist das historische Profil der Strategie deckungsgleich mit den heutigen Anlagezielen des PTR Diversified Alpha. Denn nach Kosten strebt der PTRFonds ein "marktneutrales Alpha" von drei bis fünf Prozent über dem Geldmarkt an, während die Volatilität fünf Prozent nicht übersteigen soll. Banz kennt den PTRDiversified Alpha sehr gut. Er ist der geistige Vater des Konzepts und war lange Zeit selbst für die Offshore-Variante verantwortlich. Heute berät er das Managerteam um Philippe de Weck, Renaud de Planta und Olivier Ginguené. "Der PTR-Diversified Alpha soll so marktneutral wie möglich sein", sagt Banz. Marktneutral bedeute aber nicht risikolos. "Ohne Risiken geht gar nichts", betont er.
Das primäre Ziel ist aber klar. Der PTR-Diversified Alpha soll sich unabhängig von den Aktienund Rentenmärkten bewegen. Das Beta gegenüber dem MSCI World Index soll deshalb nur zwischen -0,15 und +0,15 liegen. Die Duration soll in der Range zwischen -1 und +1 Jahren bleiben, sodass nahezu kein Zinsänderungsrisiko besteht. Insgesamt kann das Managerteam des PTR-Diversified Alpha in rund 60 Long-/Short-Strategien investieren. Im Schnitt selektieren sie daraus zwölf bis 18 Strategien, die möglichst wenig miteinander korrelieren. Derzeit halten sie zum Beispiel 73 Prozent in Aktien- und 20 Prozent in Bond-Long-/ Short-Strategien. Alle Strategien managt Pictet A.M. dabei intern. So zum Beispiel den PTR-Agora Fund für europäische Aktien (siehe €uro fondsxpress Ausgabe 24/2015). Dieser In-House-Aspekt sei für Anleger ein Vorteil, betont Banz. Würde Pictet in Fremdfonds investieren, müssten Anleger im Zweifel eine Performance Fee auf jeden Fremdfonds zahlen. Nun falle die Performance Fee beim PTR-Diversified Alpha lediglich auf das gesamte Portfolio an.
Dass Pictet überhaupt eine Performance Fee erhebt, hält Banz für gerechtfertigt. Zwar kenne er die Anreizprobleme, die von einer Erfolgsgebühr ausgingen. Fondsmanager werden demnach für Erfolge belohnt, aber für Mißerfolge nicht bestraft. "Es gibt aber einen Preis für echtes Können", erklärt Banz. Wer konstant 300 Basispunkte Outperformance erziele, könne dies auch zu einem angemessenen Preis verkaufen. Weitere pointierte Meinungen finden Anleger auf https://www.rolfbanz.ch/.
rf
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