Deutschlands größter Wohnungsbaukonzern hat im ersten Quartal 2026 nicht überzeugt. Unter dem Strich verdiente der DAX-Konzern erneut weniger als in der Vorjahresperiode. Dabei fällt eine Kennzahl besonders auf.
Deutschlands größter Wohnungsbaukonzern hat im ersten Quartal 2026 nicht überzeugt. Unter dem Strich verdiente der DAX-Konzern erneut etwas weniger als in der Vorjahresperiode. Immerhin hat Vonovia seine Jahresziele bestätigt.
Positiv auch: Im ersten Quartal stiegen die Mieteinnahmen. Aber auch das Geschäft mit Zusatzleistungen steuerte zum Zuwachs des operativen Ergebnisses (bereinigtes Ebitda) bei, wie Vonovia am Donnerstag vor Börseneröffnung mitteilte. Gedrückt wurde der Gewinn dagegen von höheren Finanzierungskosten infolge gestiegener Zinsen. Der Abbau der Schulden bleibt damit im Fokus des Vorstands und der Börse.
Mieten steigen um 3,8 Prozent
Die monatliche Miete stieg in den ersten drei Monaten bis Ende März im Jahresvergleich auf im Schnitt 8,46 Euro pro Quadratmeter – das waren 3,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Vonovia profitiert damit von einer hohen Nachfrage nach Wohnraum in den deutschen Ballungsgebieten.
So legte der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) auch dank guter Geschäfte mit Dienstleistungen rund um die Immobilie im Jahresvergleich um 1,4 Prozent auf 711,6 Millionen Euro zu. Per Saldo ging der auf die Aktionäre anfallende bereinigte Gewinn vor allem wegen höherer Finanzierungskosten um 7,2 Prozent auf 365,6 Millionen Euro zurück. Das entspricht einem Gewinn je Aktie von 43 Cent. Im Vorjahr hatte Vonovia noch 38 Cent verdient.
Cashflow wirft Fragen auf
Negativ fällt Vonovia beim operativen freien Cashflow auf: Dieser ging um 42,6 Prozent auf nur noch 363,9 Millionen Euro zurück. Der Rückgang passt nicht so richtig zu den übrigen Kennzahlen und dürfte neue Fragen der Analysten aufwerfen. Zumal dadurch auch der Zahlungsmittelbestand von 2,18 auf 1,8 Milliarden Euro zurückging.
Da das Geschäftsmodell von Vonovia – wie bei allen Immobiliengesellschaften – stark auf Fremdfinanzierung basiert, muss das Unternehmen unbedingt eine hohe Liquidität vorhalten, um seine Kredite zu bedienen.
Das bedeuten die Zahlen für die Aktie
Dass Volkswirte angesichts der steigenden Inflationsraten mittlerweile mit einer Zinserhöhung der EZB im Juni rechnen, dürfte die Zinsbelastung für den Wohnungsbaukonzern im Jahresverlauf weiter erhöhen und den Gewinn – und damit auch den Aktienkurs – erneut belasten.
Auch deshalb fiel die Reaktion der Börse auf die Zahlen am Donnerstag verhalten aus: Im frühen Handel verliert die Vonovia-Aktie auf Xetra 2,5 Prozent (Stand 9:20 Uhr).
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Häufige Fragen zum Thema
Was beinflusst den Aktienkurs von Vonovia?
Da die meistern Immobiliengesellschaften stark fremdfinanziert sind und ihre Immobilien mit Hilfe von Krediten erwerben, schlägt das Zinsniveau in der Regel direkt auf die Ergebnisse durch. Damit sind Immobilienaktien - vereinfacht gesagt - oft eine Wette auf die Zinsentwickkung: Sie steigen, wenn die Zinsen fallen.
Wer ist der Chef von Vonovia?
Vorstandschef von Vonivia ist seit Januar 2026 der frühere SAP- und Vodafone Manager Luca Mucic. Erf folgte auf Rolf Buch, der Vonovia 13 Jahre lang geleitet und die Gesellschaft 2013 an die Börse gebracht hatte.
Wie hieß Vonovia früher?
Voniovia hieß früher Deutsche Annington. In dieser Immobiliengesellschaft bündelte die Private-Equity-Gesellschaft Terra Firma ab dem Jahr 2000 ihre Immobilieninvestments in Deutschland. Durch die Übernahmen der Eisenbahnerwohnungsgesellschaften 2001 und der Viterra AG 2006 wurde die Deutsche Annington zum größten deutschen Wohnungsunternehmen. 2004, als die Gesellschaft schon dem Investor Fortress gehörte, kam noch die Gagfah hinzu.
Enthält Material von dpa-AFX