RWE plant, den Ökostrom, die Stromnetze und den Vertrieb in ein neues Unternehmen auszugliedern. Zehn Prozent der neuen Gesellschaft sollen dabei im Zuge einer Kapitalerhöhung an die Börse gebracht werden. Der Mutterkonzern wird sich dagegen auf die Stromerzeugung aus Gas und Kohle und den Energiehandel konzentrieren. Auch die Atomkraftwerke bleiben bei RWE.

Bei den Analysten stießen diese Pläne auf ein geteiltes Echo. Nach Einschätzung der DZ Bank sei die Aufspaltung nicht viel mehr als "eine elegante Art, in einer sehr schwierigen Situation an Geld und Kapital zu kommen". Dem Konzern blieben auch nach einer Aufspaltung noch viele Probleme, darunter etwa das Großbritannien-Geschäft, erhalten. Die DZ Bank bestätigte ihre Verkaufsempfehlung für die Aktien. Die RBC Capital Markets sieht den radikalen Umbau dagegen positiv. Damit entstünden zwei Unternehmen, die - ähnlich wie beim Konkurrenzen E.ON - in der Lage seien, sich auf zwei verschiedenen Strategien zu konzentrieren, hieß es in einer Kurzstudie. Das traditionelle Versorger-Modell sei in einer Welt, die zunehmend von Erneuerbaren Energien dominiert werde, nicht mehr angebracht. Zudem könnte die Aktie davon profitieren, dass die Gefahr einer traditionellen Kapitalerhöhung nun erst einmal vom Tisch sein dürfte, prognostizierten die Experten. Ihre Bewertung ließen die Analysten dennoch bei "Sector Perform".

Die Titel von RWE und E.ON stehen wegen der Folgen des Atomausstiegs in Deutschland bereits seit Monaten unter Druck. Seit Jahresbeginn sind die Aktien um rund 50 und 36 Prozent eingebrochen.

Reuters