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SAP-Aktie: Was Anleger vor den Zahlen wissen müssen

SAP-Aktie: Was Anleger vor den Zahlen wissen müssen

WKN: 716460 ISIN: DE0007164600 SAP SE

109,90 EUR
3,24 EUR 3,04 %
26.01.2021 - 17:20
18.07.2019 05:00:00

Sieben von zehn der global wertvollsten Firmen sind Technologiegiganten aus den USA oder China. Europäische Konzerne spielen kaum eine Rolle, nur SAP spielt ganz oben mit. Trotz der enormen Größe präsentierten die Walldorfer zuletzt starke Wachstumszahlen und weisen eine hohe Innovationskraft auf. Sollten Anleger jetzt noch einsteigen? Von Franz-Georg Wenner

Mit einem Börsenwert von knapp 150 Mrd. Euro führt SAP die Hitliste unter den DAX-Werten mit Abstand an. International gesehen liegt die Marktkapitalisierung einiger Tech-Giganten hingegen in ganz anderen Größenordnungen. Doch ganz allmählich holt SAP auf, der Softwarekonzern gewinnt spürbar an Momentum. Seit Jahresbeginn legte der Kurs um rund 40 Prozent zu, als Indexschwergewicht hat SAP einen maßgeblichen Anteil an der positiven DAX-Entwicklung der vergangenen Monate.

Wiederkehrender Umsatz sorgt für Planungssicherheit


Untermauert wird die Relative Stärke durch eine hohe Wettbewerbsqualität. Die mehr als 345.000 Kunden in mehr als 180 Ländern eröffnen enorme Cross-Selling-Möglichkeiten. Als größter Hersteller von Unternehmenssoftware weltweit ist der Konzern breit aufgestellt und nutzt seine Präsenz bereits sehr gut aus. Zahlreiche Unternehmensprozesse der Kunden sind nahezu untrennbar mit den Softwarelösungen von SAP verbunden. Dies führt zu einer hohen Kundenbindung und zugleich stetig steigenden wiederkehrenden Umsätzen.

Nach Angaben von Warburg Research legte der Anteil in den vergangenen Jahren absolut und relativ betrachtet deutlich zu und erreicht schon jetzt knapp 65 Prozent.

Ein Beispiel aus der Innovationsschmiede ist das Platform-as-a-Service-Angebot SAP Cloud Platform als technologische Grundlage. Firmen sind so in der Lage, diverse Anwendungen und Daten aus unterschiedlichen Systemen und Prozessen miteinander zu verbinden. Das datengetriebene Geschäftsmodell steht erst noch am Anfang, die Möglichkeiten auf Basis Künstlicher Intelligenz (KI) und Cloud sind noch längst nicht ausgeschöpft. Unternehmen können mit der Plattform auch eigene Anwendungen entwickeln, um so noch stärker und zuverlässiger neue Dienste etablieren zu können. Zufriedene Kunden erhöhen die Kundenzufrieden, die Kundenbindung und sind zugleich die beste Werbung.

Geschäfte mit der Cloud


Vor diesem Hintergrund erscheint auch der im April bekannt gewordene Einstieg des aktivistischen Investors Elliot im Wert von 1,2 Mrd. Euro wenig überraschend. Mit der Beteiligung dürfte der Fokus noch stärker auf die Rentabilität gelegt werden. Schon jetzt brummt bei SAP das Geschäft, der Ausblick wurde im Frühjahr angehoben: Im ersten Quartal legte der Konzernumsatz um 16 Prozent auf 6,1 Mrd. Euro zu, die Cloudumätze schnellten um 45 Prozent in die Höhe und lagen zum ersten Mal in einem Quartal über der Marke von 1,5 Mrd. Euro.

Bei der Zahlenvorlage am Donnerstag wird das Hauptaugenmerk erneut auf dem Wachstum des Cloudgeschäfts sowie der Margenentwicklung liegen. Zukünftige Margensteigerungen werden wahrscheinlich hauptsächlich durch die Bruttomargenausweitung des Cloudgeschäfts getrieben. Zudem wird SAP am 12. November einen außerordentlichen Capital Marktes Day veranstalten und dann weitere Details für die avisierte Margenausweitung präsentieren.

Aktuellen Konsensschätzungen zufolge wird für 2019 ein Gewinn je Aktie von 4,84 Euro erwartet, für 2020 ist der Wert zuletzt auf 5,31 Euro gestiegen. Die 2020er-KGV-Bewertung liegt bei rund 23 und damit im Bereich des langfristigen Durchschnitts.

BÖRSE ONLINE empfiehlt die SAP-Aktie wegen der starken operativen Entwicklung zum Kauf. Nur die markttechnischen Perspektiven sind etwas limitiert. Mit der jüngsten Rally von rund 40 Prozent seit dem Tief Ende Januar sind viele Vorschusslorbeeren bereits eingepreist. Zudem steht der Kurs gut 20 Prozent über der 200-Tage-Linie (40-Wochen-Durchschnitt - Verlauf unter dem Chart). Dies ist der größte Abstand seit 2012, eine Konsolidierung daher überfällig. Nur wenn die Zahlen und vor allem der Ausblick positiv überraschen, könnte die Aktie auch noch die obere Kanalgrenze bei 140 Euro ansteuern. Eine Absicherung erscheint knapp unter der nächsten relevanten Haltezone um 97 Euro sinnvoll.

Franz-Georg Wenner ist Chefredakteur des börsentäglichen Anlegermagazins "Index-Radar". Der Spezialist für Technische Analyse ist regelmäßiger Gast bei n-tv und dem Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse.
www.index-radar.de


Bildquelle: BÖRSE ONLINE

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